Der Götterbaum (Ailanthus altissima) zählt zu den problematischsten invasiven Pflanzenarten Europas. Die ursprünglich aus China stammende Baumart breitet sich rasch aus, verdrängt heimische Arten und verursacht Schäden an Infrastruktur, in Wäldern sowie auf landwirtschaftlichen Flächen.
Nun steht mit „Ailantex“ eine biologische Bekämpfungsmethode zur Verfügung, die von Forschenden der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) entwickelt wurde. Registrierung und Vertrieb erfolgen durch die biohelp GmbH, ein Tochterunternehmen der Raiffeisen Ware Austria (RWA).
„Der Götterbaum zeigt exemplarisch, wie sich ökologische Herausforderungen durch den Klimawandel verschärfen können. Umso wichtiger ist es, dass Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam Lösungen entwickeln, die wirksam und zugleich umweltverträglich sind“, sagt RWA-Vorstandsdirektor Christoph Metzker.
Die Entwicklung des Verfahrens begann bereits 2011 an der BOKU Wien. Grundlage ist ein natürlich vorkommender Welkepilz, der gezielt in den Stamm des Götterbaums eingebracht wird. Er breitet sich über das Leitgewebe aus, löst Welkeerscheinungen aus und führt schließlich zum Absterben des Baumes. Untersuchungen bescheinigen dem Verfahren eine hohe Wirtsspezifität, wodurch andere Pflanzen geschont werden.
Das Mittel wurde bereits erfolgreich von Gemeinden, Infrastrukturunternehmen sowie in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Im Gegensatz zu flächigen chemischen Anwendungen erfolgt die Behandlung punktgenau direkt am Baum. Das Präparat kann unter anderem in Wäldern, auf Gleisanlagen, Leitungstrassen sowie im Wein- und Obstbau eingesetzt werden.
Da die reguläre EU-Zulassung noch aussteht, wird Ailantex derzeit über Notfallzulassungen eingesetzt. Diese bestehen bereits in Österreich, Deutschland, Frankreich, Tschechien, der Slowakei und Griechenland. Weitere Versuche und Zulassungsverfahren in anderen Ländern laufen. Produziert wird das Mittel in Österreich.







