Die Raiffeisen Bank International (RBI) führt in Kooperation mit dem deutschen AgriTech-Unternehmen Klim eine neue Finanzierungslösung für Unternehmen der Lebensmittelbranche ein. Die sogenannten „KPI-linked Loans“ koppeln Kreditkonditionen an das Erreichen definierter Nachhaltigkeitskennzahlen.
Lebensmittelunternehmen erhalten über die RBI und ihre Tochterbanken demnach vergünstigte Kreditkonditionen, wenn sie zuvor definierte Nachhaltigkeitsziele erreichen, wie etwa ihre Treibhausgasemissionen reduzieren, den Einsatz von Düngemitteln verringern oder Fortschritte bei Bodengesundheit und Biodiversität nachweisen. Die Kennzahlen (KPIs) werden über eine digitale Plattform von Klim erfasst, analysiert, verifiziert und berichtet.
Um die Kennzahlen gezielt zu verbessern, setzt Klim Projekte zur Reduktion indirekter Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette direkt mit Landwirten um, die Rohstoffe an die jeweiligen Lebensmittelunternehmen liefern. Ob die vereinbarten KPIs eingehalten werden, wird jährlich überprüft.
Mit der neuen Finanzierungslösung können Unternehmen aus der Lebensmittelwirtschaft regenerative Landwirtschaft in der Lieferkette gezielt vorantreiben, dadurch klimabedingte Risiken reduzieren, ihre Lieferketten stabilisieren – und damit auch ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen, heißt es seitens RBI und Klim.
Risiko verbessern
„Herausforderungen in der Lieferkette haben direkte finanzielle Auswirkungen auf die beteiligten Unternehmen. Durch die Kooperation ermöglichen RBI und Klim Lebensmittelunternehmen, die Bodengesundheit in ihren Lieferketten zu verbessern und diese somit nachhaltiger und resilienter zu gestalten. Wenn unsere Kunden sich in diesem Bereich gut aufstellen und ihr Risiko verbessern, ist dies auch positiv für uns als kreditgebendes Institut“, erklärt Petr Polach, RBI Deputy Head Group Structured Finance & Investment Banking.
„Wir unterstreichen mit den KPI-linked Loans nicht nur unsere Rolle als vertrauenswürdiger Partner für Lebensmittelunternehmen, sondern zeigen auch, wie Finanzinstitute die nachhaltige Zukunft Europas aktiv gestalten können“, betont auch Markus Ecker, Head of Sustainability Finance der RBI.
Besonders ist, dass die Daten nicht nur erhoben werden, sondern Lebensmittelunternehmen und Landwirte die dadurch gewonnenen Erkenntnisse auch nutzen, sagt Klim-Geschäftsführer Robert Gerlach: „Unsere Digital-Plattform erfasst landwirtschaftliche Praktiken auf Betriebsebene, bewertet diese agronomisch und übersetzt sie in messbare Leistungskennzahlen, zum Beispiel in Bezug auf Bodengesundheit, Emissionen, Biodiversität, Wirtschaftlichkeit und Resilienz. Gemeinsam mit der RBI haben wir auf dieser Grundlage rund zwölf KPIs entwickelt, die genau diese Faktoren quantifizierbar und für Finanzierungsentscheidungen nutzbar machen. Lebensmittelhersteller und Landwirte profitieren aber auch davon, dass sie durch die Erfassung der Daten einen sehr tiefen Einblick gewinnen, was es in diesen Bereichen noch zu verbessern gibt – und auch dabei unterstützen wir die Unternehmen.“








