Von Akrobatik über Clownerie, Jonglage, Tanz, Magie, Feuerperformances und Musik bis hin zum Figurentheater und zur poetischen Zirkusshow: Seit 38 Jahren bildet das Linzer „Pflasterspektakel“ nicht nur einen Höhepunkt im oberösterreichischen Kulturveranstaltungsreigen, sondern zählt mittlerweile längst zu einem der renommiertesten Straßenkunstfestivals Europas. Ein Umstand, der sich nicht zuletzt auch an der Zahl der Bewerbungen ablesen lässt.
Insgesamt wurden heuer aus über 1.000 Bewerbungen 300 Kunstschaffende und Compagnien aus 44 Ländern ausgewählt, die in 108 unterschiedlichen Acts in der Linzer Innenstadt für Unterhaltung sorgen werden. Dabei bleibt das Pflasterspektakel seinem Charakter naturgemäß treu: Die Künstler spielen für das Hutgeld des Publikums, Tickets oder Platzkarten müssen (außer für die täglich kostenlos stattfindenden Kaleidoskop-Revueshows) nicht besorgt werden. Als Bühne fungieren erneut 40 verschiedene Orte in der Innenstadt.

Buntes Programm
Ein besonderes Augenmerk wurde diesbezüglich heuer verstärkt auf Schattenplätze gelegt – von schattigen Innenhöfen bis hin zu Spielorten im Grünen. Stärker berücksichtigt wurden auch Orte mit Sitzmöglichkeiten. Bei den jährlich rund 200.000 Festivalbesuchern kein leichtes Unterfangen: Wer sicher sein will, einen Platz zu ergattern, sollte sich einen Hocker mitnehmen beziehungsweise werden diese am Hauptplatz um zehn Euro zum Kauf angeboten. Empfohlen ist außerdem, sich fünf Minuten vor Beginn der jeweiligen Vorstellung (diese starten zu jeder vollen Stunde) vor Ort einzufinden – dann kann dem ungetrübten Festivalgenuss nichts mehr im Wege stehen.
Ob man hoch in die Luft blickt – wie beispielsweise beim Auftritt des österreichischen Duos „Maria & Gloria von Aerial Infinity“ oder hinab auf das Hinterteil eines Skeletts, wie in der Comedy-Musik-Show des italienischen „Scaramucce Theatre“ –, es darf gestaunt, gelacht und mitgefiebert werden. Unter anderem kann man sich eine besondere Portion Adrenalin im Rahmen der Akrobatikshow „Stacké“ der kanadisch-französischen Gruppe „4stomp/PS²“ erwarten, während Freunde von Figurentheater und Clownerie bei „Cia. Demian“ aus Spanien auf ihre Kosten kommen dürften. Mit jeder Menge Hula-Hoop-Tricks gepaart mit Humor und Musik verzaubert hingegen die aus Deutschland stammende „Compagnie Crelle“ ihr Publikum – Jodeln gibt es dabei inklusive.

Musikalisches und die Kunst der Bilder
Generell wartet das „Pflasterspektakel“ in gewohnter Weise mit viel Musik auf. Die musikalische Bandbreite reicht von Hip-Hop, Reggae, Ska-Grooves und Rock-Soul-Klängen des Amerikaners Rocky Leon über Gypsy-Jazz, Swing und Bossa mit mehrstimmigem Gesang der österreichischen Formation „die Flüsterkneipe“ bis hin zu den elektronischen Beats des aus Spanien stammenden Musikers Lorenzo Mena. Gemeinsam ist den drei Acts, dass es sich um „Pflasterspektakelpremieren“ handelt. Auch dieses Jahr ist mehr als die Hälfte der Darbietungen erstmals beim Pflasterspektakel zu sehen.
Neu im Programm befinden sich auch die „Shows to go“, bei denen das Publikum Darsteller auf ihrem Weg durch die Stadt begleiten kann, sowie eine Kooperation mit der Pfarre Linz-Mitte und der Diözese Linz, die im Rahmen des Festivals drei Kirchen für die Besucher öffnen werden. Unter anderem wird man aufgefordert, barfuß auf dem Steinfußboden der Ursulinenkirche zu schreiten, sich zum Kraftschöpfen hinzulegen oder im Mariendom zum Malstift zu greifen.
Sich selbst zeichnen lassen kann man hingegen bei dem Schnellzeichner Xi. Der aus China stammende Straßenmaler setzt bei seinem Strichen auf Humor und bietet außerdem die Möglichkeit, sich ein kleines Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Für alle, die sich weniger für Karikatur interessieren, schneidet Crilla Silhouette kunstvolle Scherenschnitt-Porträts, während es speziell für den Nachwuchs die Möglichkeit des Kinderschminkens und des Erwerbs eines Luftballonhaustiers auf dem neuen vergrößerten Festivalgelände vor dem Schlossmuseum gibt. Und vielleicht trifft so Ballonhund auf die Bronzekatze der Straßenkünstlerin Michelle Tam – es soll schon schrägere Tiergeschichten gegeben haben.








