Die erste Qualifikation Österreichs für eine WM-Endrunde seit 28 Jahren, ein neuer Allzeitrekord mit 13 Heimspielen in Folge ohne Niederlage und eine neu entfachte Begeisterung für den Fußball im ganzen Land: Das sind einige der jüngsten Erfolge von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Worauf er diese zurückführt und welche Spielzüge nicht nur im Sport, sondern auch in der Wirtschaft den Zug zum Tor ebnen können, stand beim ersten Frühjahrsempfang der Raiffeisenlandesbank OÖ in Linz im Mittelpunkt.
Das gesamte Vorstandsteam der RLB OÖ konnte als Gastgeber in Person von Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer, den Generaldirektor-Stellvertretern Michaela Keplinger-Mitterlehner und Stefan Sandberger und den Vorständen Gerald Aichhorn, Sigrid Burkowski und Michael Glaser sowie Aufsichtsratspräsident Volkmar Angermeier und Stellvertreter Roman Braun mehr als 500 Gäste aus Wirtschaft, Sport und Politik begrüßen.
„Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist die größte österreichische Bank in ausschließlich österreichischem Eigentum. Mit einer Eigenmittelquote von 21 Prozent verfügen wir über die nötige Kapitalstärke und damit über ausreichend Spielraum, um mit unseren Kundinnen und Kunden Projekte und Ideen umzusetzen und gemeinsam am Ball zu bleiben“, betonte Schwendtbauer in seiner Eröffnungsrede. Anschließend profitierten die zahlreichen anwesenden Firmenkunden von spannenden Einblicken in die Methoden des Teamchefs sowie von seinem Verständnis von Führung und Teamkultur.
Führung als Dienstleistung
„Gute Chefs spüren, was ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen“, sagte Ralf Rangnick und nannte als seine Erfolgsgeheimnisse neben dieser Empathie auch einen situativen Führungsstil, ein gemeinsames Werteverständnis sowie das Selbstverständnis von Führungskräften als Dienstleister für das eigene Team. „Der Schlüssel ist, dass du dem Team das Gefühl gibst, dass es dir wichtig ist und am Herzen liegt.“
Für jeden Job brauche es die bestmögliche Besetzung. So entstehe ein Team, das mehr ist als die Summe seiner Einzelspieler. Rangnick plädierte dafür, Mitarbeiter nicht nur nach reinen Leistungsdaten zu bewerten, sondern auch weniger sichtbare soziale Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit, Integrität und Charakterstärke angemessen zu berücksichtigen.
Als Tipp gab er dem Publikum mit: „Sei mutig, trau dich Dinge auszuprobieren, und folge deinem Herzen!“ Gleichzeitig hob er seinen eigenen Ehrgeiz hervor: „Ich habe es schon immer gehasst, zu verlieren. Wenn ich spiele, will ich gewinnen.“
Bei Niederlagen sei der Lerneffekt entscheidend. „Wir sprechen nicht von Fehlpässen, sondern von mutigen Pässen. Wenn der Ball beim Gegner landet, gehen wir sofort ins Gegenpressing“, so Rangnick. Schließlich gehe es immer darum, im Moment das Richtige zu tun. Auf eine Mischung aus Vorgaben und Kreativität setze er in der Nationalmannschaft etwa bei der klassischen Anstoß-Situation: „Fast alle Mannschaften spielen den Ball zurück, aber für uns ist der Anstoß die erste Chance zum Angriff.“
Für die WM zeigte sich Rangnick optimistisch: „Wenn unser Team komplett ist und alle gesund bleiben, halte ich vieles für möglich!“
Erfolgsfaktor Infrastruktur
In der anschließenden Talkrunde gab sich auch der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll kämpferisch: „Wir haben mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien sowie mit Algerien und Jordanien eine schwierige Gruppe erwischt. Unser Anspruch muss aber ganz klar sein, die Gruppenphase zu überstehen und in die nächste Runde aufzusteigen.“
Mit der WM-Teilnahme sei Österreich noch nicht am Ende des Weges angekommen – es gehe vor allem auch darum, den Fußball im Land professionell weiterzuentwickeln. Dazu brauche es eine nachvollziehbare Strategie: „Nur wenn wir klare Ziele definieren, können wir über unsere Nationalmannschaft hinaus auch alle Menschen, die sich im Breitenfußball in den über 2.000 Vereinen im Land engagieren, dynamisieren.“ Rangnick unterstrich in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung langfristig orientierter Entscheidungen: „Richtig gute Chefs pflanzen Bäume, in deren Schatten sie einmal selbst nicht mehr sitzen werden.“
Er und Pröll verwiesen dabei auf die Relevanz moderner Infrastruktur für den sportlichen Erfolg und die Bemühungen des ÖFB für ein neues Nationalstadion anstelle des 1931 eröffneten Wiener Ernst-Happel-Stadions: „Infrastruktur schafft Anziehung und ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.“ Das sei mit der Raiffeisen Arena in Linz ebenso bereits gelungen wie mit dem neuen ÖFB-Campus in Wien.

Linzer Leuchtturmprojekt Raiffeisen Arena
Stefan Sandberger, stellvertretender Generaldirektor der RLB OÖ und Präsident des Oberösterreichischen Fußballverbandes, nahm diesen Ball auf und hob die Bedeutung der Raiffeisen Arena für den Sportstandort Linz und für den Fußballnachwuchs hervor: „Wir haben uns gemeinsam mit dem LASK und der Landespolitik dazu entschieden, mit der Raiffeisen Arena ein Leuchtturmprojekt für die Region zu entwickeln. Heute sehen wir: Wir haben nicht nur ein wunderbares Stadion, in dem auch das Nationalteam gerne spielt, sondern auch einen attraktiven Treffpunkt für Sponsoren und Unternehmer geschaffen, um sich zu vernetzen.“
Erfreulich sei auch die Strahlkraft der Arena für die Jugend: „Die Raiffeisen Arena zieht auch immer mehr Kinder an, die sich für den Fußball in Linz begeistern und damit selbst Lust bekommen, Sport zu machen und ihren Vorbildern nachzueifern.“
Rund 129 Mio. Euro Wertschöpfung pro Jahr
Welchen Mehrwert die Raiffeisen Arena für die gesamte Region Oberösterreich schafft, wurde erst kürzlich einmal mehr wissenschaftlich bestätigt. Nachdem im Vorjahr vom Ökonomen Friedrich Schneider die rein volkswirtschaftlichen Auswirkungen (BIP, Einkommen, direkte/indirekte Steuern) der Errichtung sowie des laufenden Betriebs untersucht worden waren, beleuchtete nun das deutsche Unternehmen SLC Management die regionalökonomischen Effekte wie Tourismus, Gastronomie, Werbewert, Bekanntheit oder Image für das Bundesland, eruiert durch zielgruppenspezifische Befragungen, Meinungsforschung sowie umfassende Datenanalysen.
Demnach generiert der LASK mit seinem Stadion jährlich 128,8 Mio. Euro an regionalökonomischen Effekten für die Stadt Linz sowie das Land Oberösterreich. Damit bewegt sich der Verein auf Augenhöhe mit deutschen Traditionsklubs wie Fortuna Düsseldorf (130,1 Mio.) und liegt deutlich vor Dynamo Dresden (86,2 Mio.) oder dem 1. FC Magdeburg (82,2 Mio.). Die Errichtung der Arena hatte zuvor einen einmaligen regionalökonomischen Effekt von 140 Mio. Euro ausgelöst.
Durch den Spielbetrieb entstehen 186 direkte Arbeitsplätze, hinzu kommen 520 Personen, die am Spieltag in Bereichen wie Reinigung, Technik, Hospitality, Gastronomie oder Sicherheit tätig sind. Drittveranstaltungen sorgten im Jahr 2025 für 960 externe Arbeitskräfte, der gesamte Beschäftigungseffekt beträgt rund 16,4 Mio. Euro. „Dieses Leuchtturm-Projekt setzt die erwarteten Impulse für Oberösterreich“, sagt Schwendtbauer.
Über 20 Mio. Euro machen Gastronomie- und Hotellerie-Effekte aus. Mehr als 78.000 Übernachtungen im Zusammenhang mit den Spielen sowie dem täglichen Betrieb und Events in der Raiffeisen Arena nehmen rund 7 Prozent aller Nächtigungen in Linz im Jahr 2024 ein. Auch bei Umsatz- und Investitions-Effekten leistet die Raiffeisen Arena einen wesentlichen Beitrag, etwa durch Aufträge an regionale Unternehmen, aber auch durch Investitionen von durchschnittlich 14 Mio. Euro pro Jahr.
„Die Stadt und das Land profitieren auf mehreren Ebenen in besonderem Maße vom LASK“, resümiert Alfons Madeja, Studienleiter und Geschäftsführer von SLC Management. Mit ihren Aktivitäten tragen der Verein und das Stadion wesentlich dazu bei, das Interesse und den Bekanntheitsgrad der gesamten Region massiv zu erhöhen. So müssten Linz beziehungsweise Oberösterreich ohne den LASK und die Raiffeisen Arena pro Jahr rund 45 Mio. Euro für vergleichbare österreichweite Werbung aufwenden.








