10 Jahre Raiffeisen Immobilien Österreich

Raiffeisen Immobilien Österreich feiert die erste Dekade und ließ die Marktentwicklung im Zeitraffer passieren.

2016 rückten die Immobilienmakler des Raiffeisensektors in einer Boomphase am Markt unter dem Dach „Raiffeisen Immobilien Österreich“ (RIÖ) näher zusammen. Seither hat sich der Wohnimmobilienmarkt allerdings stark verändert, auch wenn schon damals über Themen wie leistbares Wohnen intensiv diskutiert wurde.

„Pandemie, Boomjahre, Zinskrise, Inflation – der heimische Wohnimmobilienmarkt hatte in den vergangenen zehn Jahren einige Stürme zu überstehen. Aber Raiffeisen Immobilien Österreich hat sich als mehr als seetüchtig erwiesen“, zogen die beiden Sprecher der Kooperation, Peter Weinberger und Peter Mayr, eine positive Bilanz anlässlich des zehnjährigen Jubiläums.

Im RIÖ-Gründungsjahr gab es in Österreich etwas über 88.000 Immobilientransaktionen. 2021, vor der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) und der regulatorischen Vorgabe für die Kreditvergabe der Banken durch die sogenannte „KIM-Verordnung“, erreichte der Markt mit etwas über 106.000 Immobilientransaktionen seinen Höhepunkt. Der Tiefpunkt folgte als Ergebnis dieses Gegenwindes 2023 mit etwas über 61.200 verbücherten Transaktionen. Seither befindet sich der Markt auf einem langsamen Erholungskurs. Im Vorjahr wechselten insgesamt 65.800 Immobilien in Österreich den Eigentümer.

Auch das Transaktionsvolumen erlebte in dieser Zeit eine Achterbahn: 2016 lag dieses bei 18 Mrd. Euro, im Peak-Jahr 2021 waren es 30 Mrd. Euro. Nach dem Einbruch 2023 auf wieder 18 Mrd. Euro zeichnet sich nun ebenfalls eine moderate Erholung auf 20 Mrd. Euro im Vorjahr ab. Die Honorarumsätze der RIÖ-Gruppe folgten diesem Markttrend: 2016 zum Start des Netzwerks wurden knapp 27 Mio. Euro erwirtschaftet, am Höhepunkt 2022 erreichten sie 38 Mio. Euro und im Vorjahr lagen sie bei 37 Mio. Euro.

Peter Weinberger
Peter Weinberger © Raiffeisen-Immoblien/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Trends im Wandel

Auch die Einstellung der Menschen zum Wohnen und ihre Bedürfnisse haben sich im Laufe des vergangenen Jahrzehnts verändert. Die Erfahrungen der Corona-Pandemie mit Lockdowns und Social Distancing ließen die Bedeutung des eigenen Zuhauses noch wachsen. Platz für Homeoffice und Freiflächen wie Garten, Terrasse oder zumindest ein Balkon wurden zu neuen, fixen Standards bei der Immobiliensuche. War etwa noch 2018 der Garderoberaum der gefragteste Nebenraum, führte 2024 unangefochten das Arbeitszimmer: 66 Prozent gaben in einer repräsentativen Umfrage an, sich ein Homeoffice im eigenen Zuhause zu wünschen. Und obwohl statistisch gesehen die durchschnittliche Wohnfläche seit 2016 leicht angestiegen ist (von 99 auf 102 m2 in 2024, Statistik Austria), sehen die Experten von Raiffeisen Immobilien auch einen gegenläufigen Trend: „Aktuell sind wieder kleinere, weil leistbarere Einheiten gefragt, vor allem in urbanen Gebieten“, erläuterte Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland. 

Peter Mayr
Peter Mayr © Raiffeisen-Immoblien/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Leistbarkeit als Dauerthema

Die Boomjahre mit steigenden Immobilienpreisen haben das Thema Leistbarkeit von Wohneigentum strapaziert. Mussten Haushalte 2016 etwas mehr als sieben Jahresnettoeinkommen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aufbringen, waren es im Jahr 2022 beim Höhepunkt bereits über zehn, erklärte Peter Mayr, der auch Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg ist. Vor allem in den vergangenen drei Jahren habe sich die Leistbarkeit wieder etwas entspannt, vor allem aufgrund der gestiegenen Haushaltseinkommen, ergänzte Peter Weinberger. 

Aktuell gebe es eine der stärksten Wohnbaurezessionen der Nachkriegsgeschichte. Wohnbauinvestitionen und Fertigstellungszahlen gingen dramatisch zurück. Seit dem Höhepunkt der Krise 2022 sind die Wohnbauinvestitionen Raiffeisen Research zufolge um 20 Prozent gesunken und es sei kein Ende in Sicht. Besonders treffe diese Entwicklung Ballungsräume wie Wien oder Salzburg, wo es eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gäbe. Allein in der Bundeshauptstadt fehlten laut Weinberger an die 30.000 Wohnungen. „Österreichs Städte steuern auf eine Wohnungsnot zu, wie wir sie aus europäischen Großstädten wie Berlin oder München kennen. Mehr Wohnungsneubau wäre daher dringend notwendig“, appelliert Weinberger. Daher seien konstruktive Initiativen das Gebot der Stunde. 

AusgabeRZ12-2026

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