Das herausfordernde Wirtschaftsumfeld insbesondere im Zuckerbereich setzte dem börsenotierten Lebensmittelkonzern Agrana im Geschäftsjahr 2025/26 (per Februar) zu. Das operative Ergebnis legte im Berichtszeitraum um 6,2 Prozent auf 81,2 Mio. Euro zu. Dagegen verschlechterte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen von –36,4 Mio. auf –74,1 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr und beinhaltete unter anderem eine nicht zahlungswirksame Wertminderung auf Anlagevermögen im Segment (Agricultural Commodies & Specialities) ACS – Zucker in Höhe von 46 Mio. Euro, teilte Agrana mit.
Diese außerordentlichen Abschreibungen belasteten das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) auf Konzernebene kräftig: Das EBIT brach von 40,5 Mio. im Jahr 2024/25 auf 3,2 Mio. Euro 2025/26 ein. Darüber hinaus gingen die Umsatzerlöse im Vorjahr um 7,9 Prozent auf 3,24 Mrd. Euro zurück. Angesichts dieser Herausforderungen schlägt der Vorstand die Halbierung der Dividende auf 70 Cent je Aktie vor.
„Wir befinden uns weiterhin in einem Umfeld, das von politischen Unsicherheiten, einer instabilen Wirtschaftslage sowie volatilen Energie- und Rohstoffmärkten geprägt ist“, betonte Agrana-CEO Stephan Büttner. Die Herausforderungen wurden zuletzt auch durch den Krieg im Nahen Osten verschärft.
„Trotz dieser schwierigen Ausgangslage gelang 2025/26 ein solides operatives Ergebnis. Das Segment Food & Beverage Solutions entwickelte sich sehr gut und stabilisierte das Gruppenergebnis“, so Büttner weiter. Dagegen blieb das Zuckergeschäft nach wie vor operativ schwach, zeigte aber dank der Restrukturierungsmaßnahmen „erste Verbesserungen“. Zudem litten die Stärkeaktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr marktbedingt unter rückläufigen Ergebnissen. „Hier arbeiten wir intensiv an unserer Spezialitätenstrategie, um die Margen auch in einem anhaltend volatilen Umfeld zu stabilisieren“, betonte der Agrana-CEO.
Der Umsatz im Segment Food & Beverage Solutions (FBS) stieg im Geschäftsjahr 2025/26 um 1,1 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro. Während die Umsätze bei Rezepturen preisbedingt leicht zulegten, gingen sie im Getränkebereich mengenbedingt moderat zurück. Das FBS-EBIT nahm um 3,6 Prozent auf 103,3 Mio. Euro zu. Die Verbesserung war insbesondere auf eine positive Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine) sowie Nord- und Südamerika zurückzuführen.
Im Segment ACS – Stärke sank der Umsatz um 3,1 Prozent auf 982,4 Mio. Euro, etwa wegen geringerer Verkäufe von Verzuckerungsprodukten. Das EBIT sank in diesem Bereich um 26,6 Prozent auf 23,5 Mio. Euro. Die großen Belastungen für den Konzern kamen im Geschäftsjahr 2025/26 aufgrund von Sondereinflüssen aus dem Segment ACS – Zucker, in dem der Umsatz kräftig um 32 Prozent auf 570,6 Mio. Euro zurückging. Relativ stabilen Zuckerabsätzen an die Industrie standen sehr deutlich gesunkene Verkäufe im Retailbereich gegenüber, berichtete Agrana. Eine weitere maßgebliche Ursache des Umsatzrückganges waren markant gesunkene Zuckerverkaufspreise.
Die eingeleiteten Spar- und Optimierungsmaßnahmen wirkten sich bereits seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 positiv auf die operative Ergebnisentwicklung aus, wodurch diese mit –30,6 Mio. Euro weniger stark im roten Bereich lag als im Vorjahr (–48,9 Mio. Euro). Das EBIT weitete sich aufgrund der bereits erwähnten Wertminderungen auf Vermögenswerte in Höhe von 46 Mio. Euro sowie von Aufwendungen in Höhe von 13,7 Mio. Euro im Zusammenhang mit den Schließungen der Standorte Leopoldsdorf (Österreich) und Hrusovany (Tschechien) um 41,2 Prozent auf –106,5 Mio. Euro aus.
Zuversichtlicher Ausblick
Positiv zeigt sich CEO Büttner für das laufende Geschäftsjahr 2026/27, in dem „ein zumindest stabiles operatives Ergebnis und eine sehr deutliche EBIT-Verbesserung“ erwartet werden: „Wir haben die Weichen richtig gestellt.“ Agrana rechnet insgesamt mit einem EBIT von 70 bis 90 Mio. Euro und einem leichten Umsatzplus. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten sowie im Bereich Holding & Sonstige soll rund 113 Mio. Euro betragen und damit moderat über den Wert von 2025/26 kommen, jedoch unter dem geplanten Abschreibungsniveau (117 Mio. Euro)
liegen.








