Burgenland baut auf Nachhaltigkeit

Die Mehrheit der Bevölkerung denkt Wohnen zunehmend grün. Dabei spielt der ressourcenschonende Umgang mit der Umwelt eine wichtige Rolle – und viele würden dafür sogar ihr Wohnverhalten ändern.

Nachhaltigkeit hat im Burgenland einen besonders hohen Stellenwert – vor allem beim Thema Bauen und Wohnen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Integral im Auftrag der Raiffeisen Bausparkasse (RBSK).

Demnach halten 86 Prozent der Burgenländer Nachhaltigkeit grundsätzlich für wichtig oder sehr wichtig – ein Wert, der um 5 Prozentpunkte über dem österreichweiten Durchschnitt liegt. Geht es konkret um den Wohnbereich, ist das Bewusstsein ebenfalls stark ausgeprägt: 77 Prozent messen nachhaltigem Bauen und Wohnen große Bedeutung bei. Auffällig ist auch die Sensibilität für Umweltprobleme – 91 Prozent kennen die Problematik der Bodenversiegelung. Gleichzeitig spricht sich eine klare Mehrheit für den Erhalt bestehender Bausubstanz aus: 68 Prozent bevorzugen Sanierung und Renovierung gegenüber Neubauten.

Auch persönliche Einschränkungen zugunsten des Klimaschutzes stoßen auf Zustimmung. Beim Wohnen Abstriche zu Gunsten des Klimaschutzes zu machen – etwa durch kleinere Wohnflächen oder den Erhalt von Grünräumen –, sind für gut ein Drittel der Befragten eine Option.

Finanzierung bei vielen noch offen

Konkrete Maßnahmen sind bereits geplant: 22 Prozent der Hausbesitzer wollen innerhalb der nächsten zwölf Monate sanieren oder renovieren. Im Fokus stehen insbesondere Photovoltaikanlagen (42 Prozent), Wärmedämmung (28 Prozent) sowie Dachsanierungen und Heizungsumstellungen (jeweils 19 Prozent). Allerdings ist die Finanzierung für viele noch offen: 40 Prozent wissen noch nicht, wie sie ihre Vorhaben finanzieren sollen. Förderungen spielen daher eine wichtige Rolle –  43 Prozent planen, auf Unterstützung von Bund und Land zurückzugreifen. Gleichzeitig wünschen sich vier von zehn Befragten höhere Förderungen für nachhaltige ­Wohnprojekte.

Die Studienergebnisse zeigen insgesamt einen klaren Trend: Nachhaltiges Wohnen ist im Burgenland nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern zunehmend auch ein entscheidender Faktor bei Investitions- und Finanzierungsentscheidungen.

„Die Burgenländer zeigen sehr eindrücklich, wie hohe Lebensqualität und Bewusstsein für Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Ihr großer Zuspruch zu Sanierung und Renovierung von bestehenden Wohngebäuden ist ein klares Bekenntnis zur Beibehaltung dieser hohen Lebensqualität, besonders auch für zukünftige Generationen“, resümiert RBSK-Geschäftsführer Christian Vallant. Das bestätigt auch Eva Fugger, Generaldirektor-Stellvertreterin der Raiffeisenlandesbank Burgenland, und fügt hinzu: „Nachhaltigkeit ist längst ein zentraler Faktor bei Finanzierungsentscheidungen im Wohnbau.“

AusgabeRZ18-2026

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