RLB Burgenland: „Die Bank steht sehr gut da“

Die Raiffeisenlandesbank Burgenland wuchs im Vorjahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Kundengeschäft und bei der Bilanzsumme. Generaldirektor Rudolf Könighofer sieht das Geldinstitut auf einem guten Weg.

Trotz eines herausfordernden Umfeldes  zog die Raiffeisenlandesbank Burgenland in ihrer Generalversammlung eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2025. Die Forderungen an Kunden stiegen im Vorjahr im Jahresabstand um 1,53 Prozent auf 2,16 Mrd. Euro, während die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 2,12 Prozent auf 1,63 Mrd. Euro zulegten. Der Rückgang des Zinsniveaus drückte den Nettozinsertrag, der im Jahresvergleich um 11,07 Prozent auf 50,17 Mio. Euro sank. Auch das Betriebsergebnis ging im Vorjahr um 10,18 Prozent auf 41,70 Mio. Euro zurück. Und auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel um 8,12 Prozent geringer aus und betrug 21,85 Mio. Euro. Dagegen legte die Bilanzsumme der RLB Burgenland im Jahresvergleich um 2,87 Prozent auf 4,82 Mrd. Euro zu.

Im Kundengeschäft gab es einige Highlights, unter anderem verzeichnete die Bank ihr erfolgreichstes Wertpapierjahr. Das Kundendepotvolumen erhöhte sich 2025 auf 770 Mio. Euro und lag damit um 11 Prozent über dem Jahr davor. Besonders dynamisch entwickelte sich die Wertpapier-Nettoproduktion (exklusive eigener Emissionen), die mit rund 50 Mio. Euro einen Zuwachs von 145 Prozent erreichte. Auch im Bereich des Fondssparens konnte eine deutliche Steigerung erzielt werden: Die Nettoproduktion bei Fondssparplänen der Raiffeisen Capital Management (RCM) belief sich auf 954 Stück und lag damit um 36 Prozent über dem Wert von 2024. 

Einen weiteren Beitrag zum Vertriebserfolg leistete der Absatz der von der Bank begebenen grünen und sozialen Anleihe, die ein Volumen von rund 37 Mio. Euro erreichte. Trotz eines herausfordernden Marktumfeldes konnte auch im Vorjahr eine gute Basis im Bauspargeschäft gehalten werden. Insgesamt wurden 1.982 Verträge abgeschlossen, womit sich das Abschlussniveau weiterhin in einer stabilen Größenordnung bewegte. Die Bausparfinanzierungen betrugen im Vorjahr insgesamt 786.675 Euro. Auch wenn sie etwas unter dem starken Wert von 2024 liegen, zeige sich weiterhin eine kontinuierliche Nachfrage nach Bausparfinanzierungen, teilte die Bank mit.

Hausbank der Burgenländer

Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Tinhof strich in der Generalversammlung hervor, dass die RLB Burgenland mit den Raiffeisenbanken im Vorjahr eine Bilanzsumme von insgesamt 10,24 Mrd. Euro erzielte. Die Einlagen beliefen sich auf 6,37 Mrd. Euro und die Ausleihungen auf 5,44 Mrd. Euro. „Das von Raiffeisen Burgenland insgesamt verwaltete Vermögen, also das Money under Management, lag bei 15,38 Mrd. Euro und stieg im Vergleich zu 2024 um 700 Mio. Euro an.“ Insgesamt hat Raiffeisen Burgenland rund 247.000 Kunden, die sie „umfassend, professionell und kompetent betreut. Das ist bei einer burgenländischen Gesamteinwohnerzahl von rund 300.000 Einwohnern eine beachtliche Leistung“, strich Tinhof hervor. 

Für Generaldirektor Rudolf Könighofer, dessen Mandat bis zum Jahresende 2026 läuft, war es die letzte Generalversammlung in seiner Funktion. „Die Bank steht sehr gut da“, betonte Könighofer. Die RLB habe ihm die Möglichkeit gegeben, unternehmerisch zu handeln. Dabei konnten Ideen mit den Raiffeisenbanken und Geschäftsleitern für die Weiterentwicklung der Bankengruppe umgesetzt werden. „Wir pflegen ein sehr enges Verhältnis mit unseren Primärbanken und sind eine Einheit – aber nicht immer einer Meinung“, so Könighofer. Denn oft bestimme der Standort den Standpunkt – das müsse man allerdings auch aushalten können. „Dieses Unternehmen und die vielen Möglichkeiten zu gestalten haben mir viel Freude gemacht“, sagte der Bankmanager. Im Rückspiegel gesehen gestand Könighofer ein, nicht immer richtig gelegen zu sein: „Ich sage nicht (über das Geschäftsjahr 2025, Anm.), es war das letzte gute Jahr – das habe ich die letzten 15 Jahre gesagt, es hat nie gestimmt. Und es wird auch in Zukunft nicht stimmen.“

Gut kapitalisiert

Die wesentlichen Geschäftszahlen der Bank präsentierte Eva Fugger, stellvertretende Generaldirektorin und designierte Nachfolgerin von Rudolf Könighofer. „Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir das harte Kernkapital auf knapp 418 Mio. Euro erhöhen“, sagte Fugger. Die Eigenmittel der Bank gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) betrugen per Ende 2025 knapp 444,56 Mio. Euro. Zum Vergleich: Ende 2024 lagen diese noch bei knapp 440 Mio. Euro. „Wir sind mit einer Überdeckung des gesetzlichen Eigenmittelerfordernisses von knapp 196 Mio. Euro gut gerüstet – auch für die Zukunft“, versicherte Fugger. Das gesetzliche Eigenmittelerfordernis betrug 184,80 Mio. Euro zum Jahresultimo 2025 nach 174,11 Mio. Euro per Ende 2024. Der RLB Burgenland wurde von der FMA eine SREP-Gesamtkapitalquote in Höhe von zumindest 11,50 Prozent vorgeschrieben. Belastet wurde das Ergebnis der Bank unter anderem durch höhere sonstige Steuern im Vorjahr, die von 0,65 Mio. Euro 2024 auf 2,09 Mio. Euro anstiegen. „Die Veränderung ist sowohl auf die Erhöhung als auch auf die Einführung einer Sonderzahlung der Stabilitätsabgabe zurückzuführen“, erklärte die stellvertretende
Generaldirektorin.

Neue Zentrale bis 2030

Zudem stellte die RLB Burgenland im Vorjahr die Weichen für ihre langfristige Standortsicherung in Eisenstadt. Am Stadteingang von Eisenstadt, an der Mattersburger Straße, entsteht bis 2030 die neue Unternehmenszentrale. Das moderne Gebäude wird künftig sowohl die Bankstelle als auch zentrale Verwaltungsbereiche beherbergen. Mit dem Neubau soll „ein zukunftsorientiertes und nachhaltig konzipiertes Gebäude“ entstehen, das sowohl ökologischen als auch funktionalen Anforderungen entsprechen soll. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einer energieeffizienten Bauweise und auf ressourcenschonenden Konzepten. Gleichzeitig steht die Kundennähe im Mittelpunkt der Planung. Die neue Zentrale soll eine moderne, barrierefreie und serviceorientierte Kundenzone bieten und damit optimale Rahmenbedingungen für Beratung und Begegnung schaffen. Mit diesem Neubauprojekt will die Bank einen weiteren Meilenstein in ihrer Entwicklung des Unternehmens setzen und zugleich ein klares Bekenntnis zum Standort ablegen. 

Darüber hinaus  setzte die RLB Burgenland ihren Weg der Modernisierung fort. Im Juli und im November 2025 wurden die neuen Raiffeisen-Filialen in Bad Sauerbrunn und in Wulkaprodersdorf eröffnet. Man setzt hier ein deutliches Zeichen für Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und Kundenorientierung, so die Bank. „Die konsequente Weiterentwicklung unserer digitalen Services hat es uns zudem ermöglicht, die Betreuung unserer Kunden im Vorjahr weiter zu verbessern“, strich Vorstand Rudolf Suttner hervor.

AusgabeRZ26-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: