Nachhaltige Betriebswirtschaft: René Schmidpeter präsentiert neues Buch

Ökonom René Schmidpeter stellt sein Buch zu einer neuen, nachhaltigen Betriebswirtschaft vor.

Er ist Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Nachhaltigkeitsmanagement sowie Transformation. Seit 2021 hat er die Professur für Nachhaltiges Management an der IU Internationale Hochschule inne. René Schmidpeter beschäftigt sich mit nachhaltiger Unternehmensführung sowie deren Messung und Steuerung. Er ist Mitbegründer zahlreicher Initiativen und Think-Tanks zum Thema und wurde für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Nun hat er die Reihe seiner Publikationen mit einem weiteren Buch ergänzt: „Nachhaltige Betriebswirtschaft: Management in der Transformation“ lautet der Titel des Buches, das er kürzlich in der Raiffeisen Bank International (RBI) vorgestellt hat.  

Die Idee zum Buch entstand bereits vor zwei Jahren und wurde danach Schritt für Schritt umgesetzt – unter anderem mit der Unterstützung von Christine Würfel (Leiterin Group Sustainability Management bei der RBI) und ihrem Team sowie gemeinsam mit dem Vorstand der RBI. Auch das Land Tirol war an dem Projekt beteiligt.

„Für uns als Banken geht es darum, echtes nachhaltiges Gedankengut in unser gesamtes Geschäftsmodell einzubauen“, sagt Valerie Brunner, Vorständin der RBI. Und das in sämtlichen Abläufen eines Bankbetriebs. Aus diesem Grund ist René Schmidpeter auch Mitglied des RBI-Nachhaltigkeitsrats, einer Mischung aus Vertretern der öffentlichen Hand, der Wissenschaft, aber auch der Politik und verschiedener Unternehmen.

Das Buch ist das Produkt eines Prozesses, wie Schmidpeter die Entstehung des Werkes beschreibt. Veröffentlicht wird es im Juli 2026 in Printform und auch als Open-Source-Book. „Wir wollen diese Ideen zu Ihnen bringen“, beschreibt der Experte die Motivation für die freie Zugänglichkeit. 

Genähert hat man sich der Thematik einer neuen, nachhaltigen Betriebswirtschaftslehre im Rahmen von acht Workshops, an denen mehr als 30 Menschen mitgearbeitet haben. Beteiligt waren in erster Linie die Professoren der Berner Fachhochschule, aber auch Kollegen anderer Universitäten, wie etwa aus Innsbruck. 37 Autoren und 500 Seiten stark ist das Werk schließlich geworden. Die Inhalte sind an den klassischen Disziplinen ausgerichtet – von HR und Stakeholder über Marketing, Supply-Chain-Management und Finance bis zu Kommunikation und nachhaltigem Unternehmertum. 

Eine strategische Frage

„Die entscheidende Frage ist nicht mehr ‚Wie werden wir nachhaltig?‘, sondern ‚Wie bleiben wir in einer Welt permanenter Disruption zukunftsfähig?‘“, fasst Ingrid Kissling-Näf, Mitherausgeberin des Werks und Direktorin des Departments Wirtschaft der Berner Fachhochschule, die Kernbotschaft des Buches zusammen. Nachhaltigkeit ist zur strategischen Frage geworden, denn Nachhaltigkeit bedeutet Resilienz. Kissling-Näf versteht die Berner Fachhochschule als transformative Organisation, wo alle Disziplinen fächerübergreifend einbezogen werden. „Change und Transformation werden unser Alltag werden“, sieht die Direktorin die universitäre Zukunft. 

Kreislaufwirtschaft spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle in einer nachhaltigen BWL. Sie trägt entscheidend dazu bei, einen Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig zu machen, betont Schmidpeter. Auch Digitalisierung beleuchtet er aus mehreren Perspektiven und stellt sie in einen nachhaltigen Kontext – ebenso wie die soziale und globale Dimension der Nachhaltigkeit. 

„Einzig sichere Karte“

„Das Buch ist ein Auftakt für mehr“, erklärt der Autor das Angebot an seine Leser. Es soll Lust auf mehr machen und Anstoß zu neuen Netzwerken und Ideenaustausch sein. Unter der Moderation von Tina Deutsch (Kontext Institut) gab es im Anschluss Gelegenheit, tiefer in die Materie einzudringen. Zum Austausch eingeladen waren Christine Würfel, Martina Weissenbök (Raiffeisen Campus), Sebastian Kortmann (WU Executive Academy) und Christian Dobler (Tiroler Landesregierung). Man war sich einig darüber, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einander nicht ausschließen, sondern bedingen – und dass silohafte Strukturen längst überholt sind und stattdessen Partizipation gefragt ist. „Nachhaltige Betriebswirtschaft ist die einzig sichere Karte“, brachte es Christine Würfel auf den Punkt.

René Schmidpeter plädierte dafür, den Dialog weiter zu vertiefen und eine Community zu bilden, ohne dabei allerdings ideologisch zu werden: „Man kann sich auch einmal nicht einig sein, man soll nur den Dialog nicht abbrechen.“ 

AusgabeRZ29-2026

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