RLB Kärnten mit Wachstum im Jubiläumsjahr

Bei der 78. Generalversammlung zog die Raiffeisen Landesbank Kärnten eine besondere Bilanz über das Geschäftsjahr 2025.

Im Geschäftsjahr 2025 feierte die Raiffeisen Landesbank Kärnten ihr 125-jähriges Bestehen. „Die Generalversammlung bietet einen würdigen Schlusspunkt dieses in vielerlei Hinsicht besonderen Jahres“, betonte RLB-Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Oswald. Es stand im Zeichen eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds und wichtiger strategischer Entscheidungen wie der Übernahme der mehrheitlichen Baywa-Anteile (51,1 Prozent) an der „Unser Lagerhaus“ Warenhandelsgesellschaft (WHG) oder dem Startschuss für den Neubau des RLB-Headquarters in Klagenfurt. Dabei stehe Raiffeisen für Verantwortung, Regionalität und gelebte genossenschaftliche Werte, strich Oswald hervor. 

Im Rückblick werde eines ganz deutlich, strich Vorstandssprecher Manfred Wilhelmer hervor: „Die Veränderung ist zur neuen Konstante geworden.“ Der Fokus des Vorjahres richtete sich vor allem auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der Bank. Es gehe darum, Freiraum zu schaffen, um wieder mehr Zeit für den Kunden zu haben. Die Zukunft sei nicht digital oder persönlich, sondern digital und persönlich. „Kundennähe ist heute getrieben von Daten, von Technologien und persönlicher Beratung“, so Wilhelmer. 

Operative Zuwächse

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wuchs die RLB Kärnten im Vorjahr bei den Finanzierungen um 6,1 Prozent im Jahresabstand auf 1,44 Mrd. Euro. Auf der anderen Seite spiegelt das Einlagevolumen, das um 5,5 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zulegte, „das Vertrauen der Kunden wider“. Im Dienstleistungsgeschäft zeigte sich vor allem im Wertpapierbereich eine sehr dynamische Entwicklung. Der Depotbestand wuchs um 12,4 Prozent. Das gesamte Money under Management legte um 5,8 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro zu. 

„Erfolg beginnt für uns beim Kunden. Die positive Entwicklung im Kundengeschäft zeigt, dass persönliche Beratung, digitale Angebote und die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden der richtige Weg sind“, hob Wilhelmer hervor. Gerade in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld komme es darauf an, Menschen und Unternehmen im richtigen Moment zu begleiten. Künftig wolle die Bank der Jugend, den Kunden von morgen, wieder mehr Gewicht geben. Außerdem gebe es Aufholpotenzial beim Thema Private Banking. Im Auslandsgeschäft liege der Fokus auf dem eigenen Büro in Slowenien. „Wir werden in wenigen Wochen dort einen Sitz eröffnen“, betonte Wilhelmer. Und auch das Hauptprojekt der Bank, der Bau des neuen Headquarters, sei gut angelaufen und liege im Plan.

Das Betriebsergebnis ging im Vorjahr um 15,6 Prozent auf 43,7 Mio. Euro zurück, unter anderem wegen des geringeren Nettozinsertrages und des Beteiligungsbereichs, führte Finanz- und Risikovorstand Gert Spanz in seiner letzten Generalversammlung in dieser Funktion aus. Und auch beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) gab es einen Rückgang von 8 Prozent auf 27,6 Mio. Euro. Dagegen legte die Bilanzsumme um 4,5 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro zu. „Wir sind auch gut ins Jahr 2026 gestartet und liegen beim Nettozinsertrag auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zinserhöhung sollte uns einen Schub geben“, so Spanz. Er sei zuversichtlich, operativ an 2025 anschließen zu können.  Die wirtschaftliche Stärke der Bank ermögliche es, über das klassische Geschäft hinaus gezielt Verantwortung zu übernehmen und konkrete Beiträge für die Region zu leisten, so Spanz weiter. Als ein Beispiel dafür nannte er die mittlerweile über 50 gegründeten Energiegenossenschaften, die einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. 2025 wurden entsprechende Initiativen erstmals auch in Klagenfurt umgesetzt. „Unser Anspruch ist es, wirtschaftlichen Erfolg mit regionaler Wertschöpfung zu verbinden“, so Spanz.

Neben dem operativen Geschäft setzte die RLB Kärnten im Jahr 2025 wesentliche Impulse für ihre Weiterentwicklung, führte Vorstand Georg Messner aus. Der Ausbau digitaler Services, neue Produktlösungen und strukturelle Anpassungen im Bankbetrieb wurden konsequent vorangetrieben. Dazu zählen unter anderem neue Konto- und Depotmodelle sowie digitale Angebote wie die Junior-App. Mit der Integration eines Teilbereichs des Raiffeisen-Rechenzentrums in die RAITEC GmbH wurde zudem die technologische Leistungsfähigkeit nachhaltig gestärkt. Mit der Emission eines Green Bonds setzte die Bank darüber hinaus ein klares Zeichen für nachhaltige Finanzierung. „2025 war durch eine Vielzahl an Projekten geprägt, mit denen wir unsere Bank konsequent weiterentwickelt haben“, strich Vorstand Georg Messner hervor. Das habe die Basis für künftiges Wachstum gelegt.

ÖRV-Generalsekretär Johannes Rehulka würdigte Gert Spanz für dessen Verdienste um die Raiffeisenorganisation Österreich.
ÖRV-Generalsekretär Johannes Rehulka würdigte Gert Spanz für dessen Verdienste um die Raiffeisenorganisation Österreich. © © RLB Kärnten/ Peter Just

Vorstandswechsel

Im Rahmen der Generalversammlung wurde auch eine wichtige personelle Weichenstellung vollzogen: Gert Spanz übergab seine Agenden an Uta Kogler-Maier, die ab Mitte Juni 2026 als erste Frau in den Vorstand der RLB Kärnten eintritt und die Funktion als Finanz- und Risikovorständin übernimmt. „Ich blicke auf eine intensive und erfolgreiche Zeit zurück und freue mich, die Verantwortung in kompetente Hände zu übergeben“, verabschiedete sich Gert Spanz, der auch kürzlich ein Abschiedsinterview in der Raiffeisenzeitung gab. Er wurde von Johannes Rehulka, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV), mit der Raiffeisennadel in Silber des ÖRV – „in Würdigung der besonderen Verdienste für die Raiffeisenorganisation in Österreich“ – ausgezeichnet. Die neue Vorständin Uta Kogler-Maier betonte: „Ich freue mich, die Weiterentwicklung der Raiffeisen Landesbank Kärnten aktiv mitzugestalten. Gerade in einem Umfeld, das von zunehmender Dynamik geprägt ist, kommt einer klaren Steuerung und einem verantwortungsvollen Risikomanagement besondere Bedeutung zu.“

AusgabeRZ25-2026

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