Der Umsatz der Vivatis Holding stieg von 1,35 Milliarden Euro im Jahr 2024 um 83 Mio. Euro auf 1,43 Mrd. Euro im Jahr 2025. Das Unternehmen verweist zugleich auf eine hohe Eigenkapitalquote von über 42 Prozent. Mehr als 40 Mio. Euro wurden 2025 zudem in Technologie, Standorte, Innovationen sowie in die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten investiert.
Die Entwicklung sei Ergebnis einer klaren strategischen Ausrichtung und eines breit aufgestellten Portfolios, heißt es aus dem Unternehmen. Dadurch habe Vivatis Marktchancen nutzen und die eigene Position im Lebensmittelbereich weiter festigen können.
„Die positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2025 zeigt, dass wir mit unserer klaren strategischen Ausrichtung auf dem richtigen Weg sind. Das Ergebnis spiegelt auch die starke Leistung unserer Tochtergesellschaften wider und verdeutlicht, wie wichtig unsere Investitionen in Technologie, Betriebe, Innovationen und die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden für den langfristigen Erfolg sind“, sagt Vorstandsvorsitzender Gerald Hackl.
Enorme Herausforderungen
Das Geschäftsjahr 2025 war für die österreichische Lebensmittelwirtschaft von anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt. Der öffentlichen Diskussion über Lebensmittel als Inflationstreiber kann man bei Vivatis nichts abgewinnen und verweist auf Zahlen der Statistik Austria: Demnach betrug die Inflation im Herbst rund 4 Prozent, wovon lediglich 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte auf Lebensmittel entfielen. Als Treiber gelten vor allem höhere Energiepreise sowie steigende Dienstleistungskosten.
Zusätzliche Belastungen ergeben sich laut Vivatis durch neue regulatorische Vorgaben. Genannt werden unter anderem Maßnahmen wie das sogenannte „Shrinkflation-Gesetz“ oder „die Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel in Form einer Kunststoffsteuer“. Diese würden die Kosten erhöhen, ohne die Preise nachhaltig zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produzenten schwächen, heißt es seitens Vivatis.
Auch operativ blieb das Umfeld angespannt. Vor allem Rohstoffe und Energie verteuerten sich deutlich. So stiegen die Preise für Rindfleisch im Jahresvergleich um bis zu 60 Prozent. Auch bei Eiern und Geflügel kam es zu spürbaren Preissteigerungen. Die Auswirkungen konnten teils abgefedert und Kostensteigerungen teilweise kompensiert werden.
Starke Entwicklung
Nichtsdestotrotz freut man sich über die Entwicklungen in den verschiedenen Geschäftsbereichen. Gourmet, das vor allem in der Gemeinschaftsverpflegung tätig ist, verzeichnete 2025 in allen wesentlichen Segmenten Zuwächse. Der Wachstumskurs soll in Österreich und Deutschland fortgesetzt werden, auch durch gezielte Zukäufe. Die zum Unternehmen gehörenden Gastronomiebetriebe in Wien, wie unter anderem Gerstner, Rathauskeller, KHM oder das Café Schwarzenberg, erzielten zusammen rund 70 Mio. Euro Umsatz.
Die Maresi-Gruppe festigte ihr Geschäft in Österreich und wuchs vor allem in den CEE-Märkten. Dort erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 110 Mio. Euro. Mit der 2025 erfolgten Mehrheitsbeteiligung an der Salvia d.o.o. in Kroatien sowie dem organischen Wachstum in den bestehenden CEE-Märkten plant Maresi, den Auslandsumsatz im Jahr 2026 weiter zu steigern.
Weinbergmaier setzte sein Wachstum im Tiefkühl- und Convenience-Bereich fort. Neben den beliebten österreichischen Klassikern tragen innovative Produkte für Gastronomie, Hotellerie und Endkonsumenten, darunter kleinere Portionsgrößen und Airfryer-taugliche Angebote, zur steigenden Nachfrage bei. Im Jahr 2025 wurden an den Standorten Wolfern und Wien allein rund 15 Millionen Germknödel, 8 Millionen Portionen Kaiserschmarrn und 800 Kilometer Strudel produziert.
Wojnar’s profitierte 2025 von einer starken Nachfrage nach ultrafrischen Produkten wie Salatbowls und Sandwiches, auch auf internationalen Märkten. Gleichzeitig wurden das klassische Aufstrich-Segment sowie die Bereiche Vegan und Bio durch neue Produkte und Sortimentserweiterungen ausgebaut.
Karnerta konnte trotz massiver Kostensteigerungen bei Rindfleisch die Versorgung von über 3.000 Betrieben in Gastronomie und Hotellerie ausbauen. Auch der Teigwarenbereich entwickelt sich sehr gut.
Expansion im Fokus
Generell setzt Vivatis weiterhin auf internationales Wachstum. Langfristig plant Vivatis, den Auslandsanteil am Gesamtumsatz von derzeit rund 20 Prozent in Richtung 30 Prozent zu erhöhen. „Wir verfolgen ein konsequent qualitatives und gesundes Wachstum – in Österreich wie auch auf internationalen Märkten. Auf diese Weise stärken wir unsere Resilienz und festigen unsere nationale und internationale Marktposition kontinuierlich“, so Gerald Hackl abschließend.








