Strabag setzt 2025 neue Meilensteine

Der Baukonzern wuchs 2025 rasant weiter und erzielte weitere Ergebnisrekorde. Der Vorstand schlägt eine Erhöhung der Dividende um 16 Prozent vor.

Der österreichische Bau- und Technologiekonzern Strabag, an dem die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien durchgerechnet mit 13,6 Prozent beteiligt ist, setzte sein kräftiges Wachstum auch im Vorjahr fort und erzielte erneut ein Rekordergebnis.

Die Bauleistung legte 2025 im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 20,42 Mrd. Euro zu. Damit übersprang der Bauriese erstmals die 20-Milliarden-Marke. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 15 Prozent nach oben auf 1,88 Mrd. Euro. Die EBITDA-Marge stieg im Jahresabstand von 9,4 Prozent auf 10,1 Prozent an und erreichte damit erstmals ein zweistelliges Niveau. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg stark um 17 Prozent auf knapp 1,25 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 6,1 Prozent (2024) auf 6,7 Prozent im Vorjahr. Unterm Strich wuchs das Konzernergebnis deutlich um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro.

Zu den Wachstumstreibern zählten der Infrastrukturbau in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser sowie der Hightech-Industriebau. „Wir wachsen profitabel. Sowohl Ebit-Marge als auch Konzernergebnis erreichten 2025 neue Höchstwerte“, freute sich Strabag-CEO Stefan Kratochwill bei der Vorstellung der Bilanz. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg um 8 Prozent von 7,35 auf 7,94 Euro. Der Vorstand wird daher eine Anhebung der Dividende von zuletzt 2,50 auf 2,90 Euro für 2025 vorschlagen. 

Starkes Auftragsplus

Doch nicht nur bei den Ergebniszahlen erreichte Strabag neue Meilensteine, sondern auch beim Auftragspolster, der ein Volumen von 31,37 Mrd. Euro erreichte. „Der Auftragsbestand konnte stark zulegen und ist erstmals auf über 30 Milliarden Euro angestiegen. Das sichert uns eine gute Grundauslastung bis ins Jahr 2028“, betonte Kratochwill. Vor zehn Jahren habe dieser noch unterhalb einer Jahresleistung gelegen, heute mache er das Eineinhalbfache aus. „Das ermöglicht uns, sehr gezielt zu entscheiden, welche Projekte wir akquirieren“, erklärte der CEO.

Im wichtigsten Markt Deutschland konnte sich Strabag bei großen Infrastrukturprojekten behaupten. Kratochwill geht davon aus, dass die ersten nennenswerten Vorhaben aus dem angekündigten großen Infrastruktur-Sondervermögen ab Ende 2026 auf den Markt kommen. In Zentral- und Osteuropa sei die Nachfrage stark ausgeprägt, besonders im Bahnbau. 

Im Hochbau zeige sich dagegen ein gemischtes Bild. „Der Auftragseingang im Wohnungsbau hat sich 2025 weiter erhöht, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Niveau 2023“, strich Kratochwill hervor. „Die Kombination aus erhöhten Preisen, vor allem für Grundstücke, und nach wie vor strikten Kreditvergaberichtlinien verhindert aus unserer Sicht ein stärkeres Wachstum.“ Im Vorjahr machte der Wohnbau rund 7 Prozent der gesamten Konzernleistung aus. Am österreichischen Markt gingen Angebot und die Nachfrage „immer noch weit auseinander“.

Damit der Bedarf an Wohnraum gedeckt werden kann, müssten in Österreich rund 70.000 neue Wohnungen pro Jahr entstehen. „Davon sind wir aktuell weit entfernt. Gegenüber 2022 haben wir um 50 Prozent weniger Baugenehmigungen“, mahnte Kratochwill. Gleichzeitig wachse die Bevölkerung und der Leerstand sei de facto abgebaut. „Das bedeutet, dass wir dringend neuen leistbaren Wohnraum brauchen, um nicht auf ein soziales Problem zuzusteuern“, so Kratochwill. Er wünscht sich eine klare Zweckbindung von Wohnbaufördermitteln sowie die Widmung von Grundstücken speziell für den geförderten Wohnbau.

Eine Lösung für die ebenfalls stark gestiegenen Baukosten sieht der Strabag-CEO in einer seriellen Bauweise. Damit könnte man deutlich schneller, günstiger und, wenn man es richtig macht, sogar nachhaltiger bauen. „Um das Potenzial der seriellen Bauweise wirklich auszuschöpfen, brauchen wir jedenfalls eine standardisierte Planung, einheitliche Vorschriften und eine kontinuierliche Auftragslage“, fasste Kratochwill zusammen.

Vorstand verlängert

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet der Baukonzern mit einem weiteren Ausbau der Leistung auf rund 22 Mrd. Euro. Diese Prognose stützt sich auf den hohen Auftragsbestand und erwartete Beiträge aus erfolgten Übernahmen. Dagegen wird mit einer geringeren EBIT-Marge von 5 bis 5,5 Prozent gerechnet. Im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz hatte der Aufsichtsrat das Vorstandsteam für eine weitere Periode von 1. Jänner 2027 bis 31. Dezember 2030 verlängert.

AusgabeRZ18-2028

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