Die enorm lange Hitze- und Trockenperiode führt auch im heimischen Obst- und Gemüsebau zu erheblichen Ertragsverlusten. Im Obstbau wird aktuell eine um rund ein Drittel geringere Ernte erwartet, im Gemüsebau werden die Einbußen durchschnittlich auf 45 Prozent geschätzt.
Besonders angespannt ist die Lage in östlichen Obstbauregionen. In dieser Branche werden rund 40 Prozent der Flächen bewässert, doch die Wasserreserven in Speicherteichen und Bewässerungsanlagen neigen sich vielerorts dem Ende zu, während dringend benötigte Niederschläge viel zu gering ausfallen oder gar ausbleiben. Da sich zahlreiche Kulturen wie Äpfel, Birnen oder Zwetschken kurz vor der Ernte befinden, rechnen die Betriebe mit erheblichen Einbußen. Hauptursache dafür sind laut Branchen-Obmann Manfred Kohlfürst Sonnenbrand und Hitzeschäden an den Früchten sowie eine deutlich verringerte Fruchtgröße.
Holunder besonders betroffen
Besonders dramatisch ist die Situation bei Holunder. Hier zeichnet sich ein Ernteausfall von über 50 Prozent ab. Besorgniserregend sei zudem, dass zunehmend Bäume absterben. Dies stelle einen nachhaltigen Schaden dar, da die Bäume in den kommenden Jahren für die Produktion fehlen.
Auch im Gemüsebau zeigen sich die Folgen der Hitzewelle immer deutlicher: „Die starke Sonneneinstrahlung hat bei den Pflanzen zu Wachstumsverzögerungen, Notreife, Verbrennungen und anderen Schwierigkeiten geführt. Ein weiteres Problem stellen Schädlinge wie Spinnmilben, Thripse und Raupen dar, die sich bei den warmen Bedingungen verstärkt vermehren. Gleichzeitig gestaltet sich ihre Bekämpfung immer schwieriger, da geeignete Pflanzenschutzmittel fehlen beziehungsweise bei hohen Temperaturen nicht eingesetzt werden können“, erklärt Karl Auer, Obmann des Bundesgemüsebauverbandes (BGV). Die Kosten für Bewässerung, Energie und zusätzliche Arbeitsstunden seien erheblich gestiegen. Je nach Kultur werden die Mehrkosten aktuell auf 300 bis 700 Euro pro Hektar geschätzt. In vielen Betrieben liegt der Wasserbedarf zwei- bis fünfmal höher als normalerweise.
Maßnahmen gefordert
„Die aktuellen Schäden im Obst- und Gemüsebau sind ein deutliches Warnsignal. Ohne ausreichende Bewässerungsmöglichkeiten können die Betriebe Obst und Gemüse nicht in der geforderten Menge und Qualität produzieren. Zudem steigen die Betriebskosten massiv und können vielfach nicht mehr durch marktübliche Preise abgefedert werden. Wenn wir die Betriebe am Produzieren halten und die heimische Versorgung absichern wollen, braucht es jetzt dringend rasche und unbürokratische Unterstützung. Neben Klimaschutz braucht es außerdem Klimaanpassung und somit gezielte Investitionen in eine zukunftsfitte Wasserinfrastruktur“, betont LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger.








