Raiffeisen ist mit rund 50 Prozent Marktanteil die führende Bankengruppe in der Steiermark und hat auch 2025 maßgeblich die Stärkung des Wirtschaftsstandorts unterstützt. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit, schwacher Konjunkturdynamik und eines herausfordernden Marktumfelds hat sich das Geschäft der Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) Steiermark sowie der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark im Vorjahr gut entwickelt.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir auf einem stabilen Fundament stehen, unsere Kundinnen und Kunden verlässlich begleiten und mit einer starken Eigenmittelbasis Investitionen in den steirischen Regionen ermöglichen“, zeigt sich Martin Schaller, Generaldirektor der RLB Steiermark, bei der Präsentation der Jahresergebnisse 2025 gemeinsam mit den Vorstandsdirektoren Ariane Pfleger, Rainer Stelzer und Florian Stryeck zufrieden.
Die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark, bestehend aus den 39 Raiffeisenbanken und der Raiffeisen-Landesbank, konnte ihre Bilanzsumme (nach UGB) von 38,0 auf 39,2 Mrd. Euro steigern. Das Betriebsergebnis sei mit 574 Mio. Euro (2024: 595 Mio. Euro) weiterhin „zufriedenstellend“, ebenso wie das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) mit 443 Mio. Euro, das vor allem aufgrund der gesunkenen Zinsen im Jahresvergleich geringer ausgefallen ist (2024: 466 Mio. Euro).
Auch die 39 selbstständigen Raiffeisenbanken in der Steiermark haben 2025 gute Ergebnisse erzielt. Besonders hervorzuheben sei die weiterhin gute Eigenmittelausstattung der Raiffeisenbanken, deren Eigenmittelquote bei rund 30,13 Prozent liegt.
Gestärkte Eigenmittel
Mit einer Eigenmittelquote von 25,9 Prozent weist auch die RBG Steiermark insgesamt einen Wert aus, der rund zweieinhalbmal so hoch liegt wie gesetzlich vorgeschrieben. „Die hohe Eigenmittel-Ausstattung unserer Bankengruppe ermöglicht nicht nur eine vorsichtige Risikopolitik, sondern auch Finanzierungen der Wirtschaft und der Haushalte sowie eigene Zukunfts-Investitionen“, sagt Schaller. Der leichte Rückgang – 2024 lag die Eigenmittelquote bei 26,34 Prozent – sei auf ein Wachstum bei den Krediten sowie auf neue regulatorische Anforderungen bei Gewerbeimmobilien zurückzuführen.
Nach den internationalen Bilanzierungsstandards IFRS liegt die Bilanzsumme der RLB Steiermark bei 17,5 Mrd. Euro, nach 16,9 Mrd. Euro 2024. Das Konzernergebnis wurde mit 353,1 Mio. Euro ausgewiesen, nach 92 Mio. Euro 2024. Basis dafür seien das operative Kundengeschäft der RLB Steiermark sowie positive Effekte aus der RBI-Beteiligung, wie Schaller erläutert. Die Eigenmittelquote hat sich von 22,29 auf 24,77 Prozent verbessert.
Die von Raiffeisen Steiermark gemanagten Kundengelder – darin sind sämtliche Kredite sowie Guthaben, Wertpapier-Veranlagungen und Rückkaufswerte von Versicherungen zusammengefasst – sind 2025 auf 56,1 Mrd. Euro gestiegen. Raiffeisen Steiermark ermöglichte zudem 3,2 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für Unternehmen und Private.
Stelzer sieht darin ein wichtiges Signal für die Investitionsbereitschaft in der Steiermark: „Nach einer Phase der Zurückhaltung sehen wir wieder mehr Bewegung bei Finanzierungen. Raiffeisen ist stärker gewachsen als der Markt. Besonders im Wohnbau und bei Firmenkunden gab es 2025 deutliche Impulse.“

Stabiles Risiko
Trotz des volatilen Umfelds weist Raiffeisen Steiermark weiterhin eine stabile Risikolage auf. Im Privatkundengeschäft liegen 98 Prozent der Kredite in sehr guten, guten oder ausreichenden Bonitäten, bei Firmenkunden sind es 96 Prozent. Auch im Bereich Projektfinanzierung und institutionelle Kunden liegen 94 Prozent in diesen Bonitätsklassen. Die NPL-Quote der RBG Steiermark ging 2025 erfreulicherweise leicht auf 3,87 Prozent zurück.
„Unser Kreditportfolio zeigt sich auch in einem schwierigen Umfeld solide und resilient. Die Haushalte sind widerstandsfähig und auch bei den Unternehmen sehen wir in der Gesamtbetrachtung keine deutlich erhöhte Ausfallsquote. Bei Projekten in der Bauphase bleiben Baukosten, Bauzeiten, Zinsniveau und Marktentwicklung sensible Faktoren“, erläutert Stryeck. Bei Immobilien werde eine Stabilisierung des Marktes erwartet.
Raiffeisen Steiermark investiert weiter gezielt in regionale Präsenz, Beratung und digitale Services. Jährlich fließen rund 182 Mio. Euro in Bankstellen, Infrastruktur, Beratung und Ausbildung. Gleichzeitig sind 2026 rund 8,7 Mio. Euro für Betrieb, Weiterentwicklung und IT-Security digitaler Services vorgesehen, berichtet Pfleger: „Bereits 99 Prozent aller Kontotransaktionen erfolgen digital. Gleichzeitig zeigt sich gerade bei wichtigen Finanzentscheidungen, wie wesentlich persönliche Beratung bleibt. Deshalb investieren wir bewusst in beides: in leistungsfähige digitale Services und in starke Beratung vor Ort.“
Mit der ersten Niederlassung in München und einem neuen Büro in Wien stärkt Raiffeisen Steiermark auch seine Präsenz außerhalb des Bundeslandes. Weiter fortgesetzt werde auch „der Pfad in der Beteiligungsstrategie – von Start-ups bis zu Industrie-Unternehmen“, wie Schaller erläutert.
Ausblick vorsichtig optimistisch
Für 2026 erwartet Raiffeisen Steiermark eine Fortsetzung des positiven Trends im Kundengeschäft, allerdings mit geringerer Dynamik. 2026 werde ein „nicht ganz einfaches Jahr“ für die Wirtschaft, sagt Schaller. „Die Rahmenbedingungen haben sich weitergedreht. Zuerst sah es nach 2025 gut aus, dass wir wieder Fahrt aufnehmen“, aber durch den Konflikt im Nahen Osten seien seit März die Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation wieder zu spüren. In diesen Zeiten wolle Raiffeisen die „Hausbank jedes zweiten Steirers und Unternehmens“ bleiben. Die Wirtschaft weise die erforderliche Fitness auf, es brauche aber auch die politischen Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern, so Schaller in Anspielung auf die Verlängerung der Bankenabgabe.
Der neueste Wertschöpfungsbericht des Economica Instituts unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark. Die gesamte Wertschöpfung beträgt 1,015 Mrd. Euro, das entspricht 1,77 Prozent der steirischen Bruttowertschöpfung. Damit steht jeder 57. in der Steiermark erwirtschaftete Euro mit Raiffeisen Steiermark in Verbindung. Dazu kommen 6.044 direkt und indirekt gesicherte Arbeitsplätze sowie 415 Mio. Euro an Steuern und Abgaben, die geleistet werden.








