Sicherheitsverdienstpreis: „Ein Zeichen für ein funktionierendes Miteinander“

Zum 49. Mal ehrt der niederösterreichische Sicherheitsverdienstpreis Polizisten und couragierte Zivilpersonen.

Sie ist zwar wie Gesundheit ein menschliches Grundbedürfnis, für viele Menschen aber alles andere als selbstverständlich: Sicherheit. Umso mehr gewinnt der tagtägliche Einsatz von Polizeibeamten, aber auch mutiges Handeln von Zivilpersonen an Bedeutung für die öffentliche Sicherheit. 

Mit dem Sicherheitsverdienstpreis holen Raiffeisen NÖ-Wien, die Niederösterreichische Versicherung (NV) und die Landespolizeidirektion NÖ daher jedes Jahr jene Menschen vor den Vorhang, die sich durch besonders außergewöhnliche Leistung im Dienste der Sicherheit hervorgetan haben – heuer bereits zum 49. Mal. wurden 52 Polizisten und 14 Zivilpersonen im Raiffeisen Haus in Wien ausgezeichnet.

Gastgeber Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien,  spannte in seinen Eröffnungsworten den Bogen zu globalen Krisen wie dem Ukraine- sowie dem Iran-Krieg und betonte, dass es gerade in angespannten und volatilen Zeiten den gemeinschaftlichen Zusammenhalt umso mehr denn je brauche. „Der Sicherheitsverdienstpreis ist ein schönes und wertvolles Zeichen für das gute und funktionierende Miteinander“, so Hameseder.

Vom Millionenbetrug bis zur Lebensrettung

Die Bandbreite der Ermittlungserfolge erstreckte sich auch heuer wieder über unterschiedlichste Deliktsbereiche, von Diebstahl über Betrug bis hin zu Kfz-Einbrüchen. Mediale Aufmerksamkeit erhielt etwa ein Okkultbetrugsfall rund um eine vermeintliche Schamanin: Im Jahr 2024 wurde ein 56‑Jähriger von der Täterin, die sich als „Amela“ ausgab, um rund 740.000 Euro betrogen. Die Ermittlungen führten zur in Wien lebenden Beschuldigten Mariana M., bei der umfangreiche Vermögenswerte sichergestellt wurden: Bargeld in Millionenhöhe, rund 25 kg Gold, etwa 400 Schmuckstücke sowie ein Safe mit einem Fassungsvermögen von einer Tonne. Im Zuge weiterer Ermittlungen konnten weitere Clanmitglieder ausgeforscht werden. Dabei stieß die Polizei auf rund 70 kg Edelmetalle und 14 Oldtimer. Insgesamt wurden Vermögenswerte von rund 12,7 Mio. Euro sichergestellt. Ende Dezember 2025 wurden alle Beschuldigten rechtskräftig verurteilt. Den entscheidenden Hinweis lieferte eine Zeugin: Nach Veröffentlichung eines Phantombildes erkannte sie die Täterin, was zum Durchbruch bei den Ermittlungen führte. Dafür wurde sie gemeinsam mit den beteiligten Polizisten ausgezeichnet.

Ebenfalls geehrt wurden zwei Jäger. Sie meldeten der Polizei ein verdächtiges Fahrzeug in ihrem Jagdrevier in Ritzendorf und halfen der Exekutive mittels Wärmebildkamera und Nachtsichtgerät bei der Verhaftung zweier Einbrecher.

Den Sicherheitsverdienstpreis erhielt außerdem ein Abteilungsinspektor, der durch sein rasches Eingreifen womöglich einen Femizid verhinderte. Außer Dienst bemerkte er auf dem Weg nach Weinzierl eine junge Frau, die an einer Kreuzung um Hilfe rief. Sie floh zu ihm in sein Auto und gab an, von ihrem Freund bedroht worden zu sein. Dieser verhielt sich hochaggressiv und verfolgte den Polizisten sogar mit dem Auto, als dieser die Frau zur nächsten Dienststelle brachte. Später stellte sich heraus, dass nach dem Mann bereits wegen schwerer Körperverletzung gefahndet wurde. 

„Sie sind Vorbilder“

NV-Generaldirektor Stefan Jauk würdigte die Ausgezeichneten als „Vorbilder für unsere Gesellschaft“. Für Sicherheit brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen und bereit sind, für andere einzustehen. „Die Taten der Geehrten zeugen von Mut, Zivilcourage und exzellenter Polizeiarbeit, die für die Sicherheit in Niederösterreich unerlässlich sind“, unterstrich Landespolizeidirektor Franz Popp.

AusgabeRZ28-2026

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Mehr lesen

Aktuelles

Die Welt der Raiffeisenzeitung

Banner für die Newsletter Anmeldung
Banner: