Spargel: Weiß vor Grün

Die heimische Spargelernte ist in vollem Gange. Die weiße Variante ist den Österreichern dabei am liebsten.

Der heimische Spargelanbau ist ein vergleichsweise kleines, aber wirtschaftlich durchaus interessantes Segment für Spezialisten innerhalb des Gemüsebaus. Die jährliche Spargelproduktion lag in den letzten Jahren relativ stabil bei etwa 2.300 bis 2.800 Tonnen, wobei der Ertrag stark von den Witterungsbedingungen abhängig ist. Sobald die Tage wärmer werden, steigt auch die Nachfrage nach dem Frühlingsgemüse. Musste vor wenigen Wochen das Angebot im Handel noch mit ausländischer Ware überbrückt werden, so füllen jetzt grüne und weiße Spargelstangen aus Österreich die Supermarktregale. 

Der Spargelanbau konzentriert sich landesweit auf wenige Regionen: Niederösterreich ist mit rund 65 Prozent der Produktion das wichtigste Bundesland, gefolgt von Oberösterreich mit etwa 18 Prozent. Gemeinsam bilden sie das Zentrum des heimischen Spargelanbaus. Weitere Anbaugebiete befinden sich in der Steiermark und im Burgenland

Mit einer Käuferreichweite von rund 33 Prozent bleibt Spargel ein fester Bestandteil im Einkaufskorb vieler Haushalte. Die durchschnittliche Einkaufsmenge pro Haushalt liegt stabil bei rund 1,7 Kilogramm. Rund ein Viertel des Spargels stammt aus biologischer Produktion. Was die Farbe betrifft, so greifen die Österreicher am liebsten zur weißen Variante: Rund zwei Drittel österreichische Spargelproduktion entfielen auf weißen Spargel, etwa ein Drittel auf grünen Spargel. Seit ein paar Jahren zeigt sich allerdings ein leichter Trend hin zu grünem Spargel, da sich dieser etwas einfacher produzieren und zubereiten lässt und bei Verbrauchern an Popularität gewinnt.

Rot-weiß-rote Qualität

Im Lebensmitteleinzelhandel zeigte sich zuletzt eine leicht rückläufige Mengenentwicklung: 2025 wurden rund 2.247 Tonnen verkauft (2024: 2.381 Tonnen), während der Umsatz auf knapp 22 Millionen Euro anstieg. Höhere Preise und eine etwas spätere Ernte führten zu einer stärkeren Präsenz importierter Ware im Handel. Laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria wurden im Jahr 2025 rund 4.300 Tonnen Spargel nach Österreich importiert. Die wichtigsten Herkunftsländer waren Ungarn (31 Prozent), Spanien und Italien (je 26 Prozent), Deutschland (7 Prozent) sowie Peru (3 Prozent). Außerdem setzen steigende Inputkosten, Klimawandel und Arbeitskräftemangel die heimischen Betriebe unter Druck. 

Einen wesentlichen Anteil bei der Vermarktung von Spargel hat Regionalität und Herkunftskennzeichnung, insbesondere durch Programme wie dem AMA-Gütesiegel. Wer also heimischem Spargel vor Importware den Vorzug geben möchte, greift zum rot-weiß-roten Siegel. „Gerade bei sensiblen Frischeprodukten wie Spargel spielt die Herkunft eine zentrale Rolle“, sagt AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek. „Österreichischer Spargel steht für kurze Transportwege, Frische und nachvollziehbare Qualität. Das macht ihn zu etwas Besonderem.“ Aktuell sind 40  Spargelbetriebe nach dem Qualitätssicherungssystem AMAG.A.P. zertifiziert. Zentrale Elemente der Produktion sind ein gezielter Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln werden laufend überprüft.

Das Ende der Spargelernte wird wie jedes Jahr am 24. Juni eingeläutet, pünktlich zum Johannistag – man spricht auch vom „Spargelsilvester“. Dadurch ermöglicht man den Pflanzen eine Regenerationsphase bis zum ersten Frost und sichert damit die Ernte für das Folgejahr.

AusgabeRZ18-2026

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