Uniqa legte im ersten Halbjahr zweistellig zu

Die Versicherungsgruppe legte in den ersten sechs Monaten 2026 sowohl bei den Prämien als auch beim Ergebnis kräftig zu. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand dennoch am bisherigen Gewinnziel fest.

Die Versicherungsgruppe Uniqa hat beim Wachstum einen Gang höher geschaltet: Im ersten Halbjahr 2026 hatte das börsenotierte Unternehmen sowohl bei den Prämien als auch beim Gewinn deutlich zugelegt. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 10,5 Prozent auf 326,5 Mio. Euro, die verrechneten Prämien legten um 12 Prozent auf 4,92 Mrd. Euro zu. Auch unterm Strich verdiente Uniqa deutlich mehr: Das Konzernergebnis stieg um 11,1 Prozent auf 258,4 Mio. Euro. Über den Geschäftsverlauf zeigte sich CEO Andreas Brandstetter „sehr zufrieden“ und kommentierte die Zahlen folgendermaßen: „Wir steigern sowohl unser Ergebnis vor Steuern als auch unser Konzernergebnis erneut deutlich und wachsen gleichzeitig bei den Prämien mit starken 12 Prozent profitabel. Diese Kombination aus Kundenfokussierung, Wachstum und Ertragskraft ist die Grundlage unseres langfristigen Erfolgs.“

Wachstumstreiber

Als Wachstumstreiber in den ersten sechs Monaten fungierte die Schaden- und Unfallversicherung mit einem Prämienplus von 16,2 Prozent auf rund 3,16 Mrd. Euro. Dazu trug insbesondere die Rückversicherungsgesellschaft Uniqa Re in Zürich bei, deren externes Geschäftsvolumen im ersten Halbjahr stark zulegte, erklärte die Versicherung. Die Combined Ratio („Schaden-Kosten-Quote“) verschlechterte sich zwar leicht von 90,5 auf 91,6 Prozent, blieb damit aber weiterhin deutlich unter der wichtigen Marke von 100 Prozent. Sie sei aber weiterhin „auf einem sehr guten Niveau“, so Brandstetter. Dafür seien auch 2026 das starke Wachstum, hohe Disziplin im Underwriting sowie erneut geringe Belastungen durch Naturkatastrophen verantwortlich.

Auch das Segment Gesundheitsversicherung leistete mit einem Wachstum von 7,9 Prozent auf 875 Mio. Euro einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der Gruppe. Dabei konnte das Ergebnis mit 24 Mio. Euro im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 (5 Mio. Euro) deutlich gesteigert werden. In der Lebensversicherung lagen die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Produkte um 2,6 Prozent höher bei 886 Mio. Euro, wobei das Wachstum in diesem Segment aus dem internationalen Geschäft komme, so Brandstetter. In Österreich gab es einen Rückgang um rund 4 Prozent. Zugleich verbesserte sich der Beitrag der Sparte zum Ergebnis vor Steuern um 18 Mio. auf 126 Mio. Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis ging dagegen um 4,9 Prozent auf 360 Mio. Euro zurück. Grund dafür war unter anderem eine bilanzielle Vorsorge für mögliche Schäden in der zweiten Jahreshälfte.

Polen größter Markt

Die CEE-Region bleibt der wesentliche Wachstumstreiber der Versicherungsgruppe. Während das Prämienwachstum im Heimatmarkt Österreich im ersten Halbjahr bei 4,2 Prozent lag, legte das internationale Geschäft um 6,9 Prozent zu. „Polen ist, wenn wir uns die BIP-Entwicklung anschauen, generell der Tiger, der Wachstumsmotor in Osteuropa“, berichtete Brandstetter. Uniqa habe alleine in Polen fast 8 Millionen Kunden und bedient damit dort den kundenmäßig größten Markt, gefolgt von Österreich auf Platz zwei. Das Aufholpotenzial der Region sei nach wie vor enorm: Während in Österreich pro Kopf jährlich im Schnitt 2.300 Euro für Versicherungen ausgegeben würden, seien es in Polen lediglich rund 500 Euro. Im ungarischen Markt hofft das Unternehmen nach dem politischen Machtwechsel mittelfristig weiterhin auf eine Entlastung bei den staatlichen Sondersteuern, die den Konzern jährlich einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

„In den verbleibenden Monaten des Jahres bleibt unser Fokus auf der Stärkung des versicherungstechnischen Kerngeschäfts. In Österreich stehen die nachhaltige Verbesserung von Profitabilität und Effizienz sowie der Ausbau unseres Krankenversicherungsgeschäfts im Mittelpunkt“, strich Brandstetter hervor. In den osteuropäischen Märkten konzentriere man sich auf beschleunigtes, profitables Wachstum, das über dem BIP liegen dürfte.

Starke Kennzahlen

Beim Kapitalanlageergebnis nutzte die Versicherungsgruppe den Rückenwind an den Finanzmärkten und wuchs kräftig um 46,7 Prozent auf 586,7 Mio. Euro. Insgesamt verwaltet die  Versicherung ein Anlagevolumen von 24 Mrd. Euro. „Davon sind mehr als 10 Prozent grün, also wirklich grün, mit einer steigenden Tendenz“, strich Brandstetter hervor. „Insbesondere mit der positiven Performance aus Aktien waren wir sehr zufrieden“, betonte Brandstetter. Infolgedessen verdoppelte sich das Finanzergebnis auf 176,4 Mio. Euro. Und auch der Return on Equity (RoE) legte von 15,7 auf 16,3 Prozent. Die Solvenzquote ging im Vergleich zum Jahresultimo leicht um 4 Prozentpunkte auf 271 Prozent zurück.

Von der extremen Hitze und den verheerenden Dürreschäden in der österreichischen Landwirtschaft ist die Uniqa finanziell nicht belastet. „Wir sind davon nicht direkt betroffen, weil wir die Deckungen, die Versicherungen, die eine Hagelversicherung der Landwirtschaft anbietet, nicht selber anbieten“, stellte Brandstetter klar. Indirekt spüre man als größter Krankenversicherer des Landes die Hitzeperioden aber sehr wohl, da extreme Wetterereignisse die Gesundheit und die Arbeitsleistung der Menschen belasten würden.

Für das Gesamtjahr hält Uniqa, an der die RZB Versicherungsbeteiligungs Gmbh mit 10,9 Prozent beteiligt ist, an der Prognose eines Vorsteuerergebnisses von 540 bis 570 Mio. Euro fest. Voraussetzung dafür sind allerdings ein weitgehend normaler Schadenverlauf und stabile Kapitalmärkte. „Es gibt zwei Gründe, warum wir hier vorsichtig sind“, erläutert der Uniqa-CEO. Einerseits rechne man in der zweiten Jahreshälfte mit zunehmenden Volatilitäten auf den Kapitalmärkten. Andererseits würden historisch rund drei Viertel der wetterbedingten Schäden auf das zweite Halbjahr entfallen. An der Strategie einer Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent will Uniqa festhalten.

AusgabeRZ35-2026

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