Der Raiffeisen ImmoDay sorgte auch in diesem Jahr für Orientierung in der Welt der Immobilien. Immobilieninteressierte, Anleger, Branchenexperten und Unternehmen hatten im Raiffeisenhaus Wien viel Raum für persönliche Beratung, fachlichen Austausch und neue Kontakte.
Insgesamt präsentierten zwölf Aussteller rund 60 Bauprojekte und etwa 1.200 Wohnungen den über 1.000 Besuchern der Veranstaltung. Auf reges Interesse stieß traditionell das breite Vortragsprogramm rund um die wichtigsten Fragen zum Immobilienthema. Im Fokus standen unter anderem die Entwicklung des Vorsorgewohnungsmarktes sowie der Immobilienmärkte in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.
Trends am Vorsorgemarkt
Das Investmentkonzept einer Vorsorgewohnung stellte Marion Weinberger-Fritz, Gründerin und Geschäftsführerin von Raiffeisen Vorsorge Wohnung (RVW), vor. Dafür wird eine Eigentumswohnung angekauft, um diese zu vermieten. Steuerrechtlich wird der Vermieter damit zum Unternehmer. Das eröffnet ihm die Möglichkeit, unter bestimmten Umständen steuerliche Effekte wie die Rückerstattung der Umsatzsteuer von einer neugebauten Wohnung zu lukrieren.
„Die klassische Vorsorgewohnung hat eine Größe zwischen mittlerweile 35 und 65 Quadratmetern“, berichtet Weinberger-Fritz. Dass die Wohnungen kleiner konzipiert sind, habe vor allem mit der Leistbarkeit und den gestiegenen Immobilienpreisen zu tun. Besonders wichtig für eine Vorsorgewohnung sei eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz.
Früher habe man sich bei Vorsorgewohnungen viel Gedanken über die Ausstattung gemacht. „Die ist nicht mehr so im Vordergrund, nicht weil sie nicht wichtig wäre, sondern weil sie so selbstverständlich ist“, erläuterte Weinberger-Fritz. Die Idee dahinter sei, über die Vermietung, die Steuervorteile und Wertsteigerungen ein zusätzliches Einkommen für die Pension zu erwirtschaften. Spätestens nach 20 Jahren, wenn man alle steuerlichen Bedingungen erledigt hat, um die steuerlichen Vorteile zu lukrieren, könne man über die Wohnung für die Eigennutzung frei verfügen.
Service Mietenpool
Mit dem Mietenpool bietet die RVW ein besonderes Service für Investoren in Vorsorgewohnungen an. Das sei „eine Art Risikogemeinschaft“ der Vermieter einer Vorsorgewohnung, erklärte Weinberger-Fritz. Der Vorteil sei, dass alle Erträge aus der Vermietung in einen Topf fließen, aus dem allfällige Kosten abgezogen werden. Damit habe man immer einen Mietrückfluss. „Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn man eine Finanzierung für den Wohnungskauf aufgenommen hat, weil man aus diesem Pool immer einen Mietertrag hat – selbst wenn die eigene Wohnung leerstehen sollte“, betonte Weinberger-Fritz.
Die RVW ist seit 20 Jahren am Markt und hat in dieser Zeit rund 1.800 Vorsorge- und Eigentumswohnungen vermittelt. Davon werden 60 Prozent im Rahmen des „Rund-um-Sorglos-Pakets“ in 23 Mietenpools serviciert. Die gesamten Hauptmietzinseinnahmen pro Jahr belaufen sich auf rund 7,5 Mio. Euro. Die RVW managt im Schnitt zwischen 150 und 170 Mieterwechsel im Jahr – inklusive Erstvermietungen.

Fokus auf Ostösterreich
Michael Mack, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung in Niederösterreich, Wien & Burgenland, informierte über aktuelle Trends in Ostösterreich. „2023 und 2024 hat sich der Markt an die geänderten Finanzierungsbedingungen angepasst und die Transaktionszahlen sind runtergegangen. 2025 hat die Anzahl der Verkäufe wieder zugenommen“, sagte Mack. Ein Gewinner der vergangenen Jahre war die Miete, die vor allem in den Ballungszentren zugenommen hat. Im laufenden Jahr sei das Bild differenzierter: Reihenhäuser und Doppelhaushälften würden weiterhin schwächer abschneiden, während Einfamilienhäuser in Niederösterreich und im Burgenland eine klare Aufwärtsbewegung zeigten. In Niederösterreich liege das Plus bei den Transaktionen mit Einfamilienhäusern bei rund 30 Prozent. Von einer generellen Aufbruchsstimmung sprach Mack zwar nicht, bezeichnete die Entwicklung aber als eine „gute neue Realität“. Und auch die Entwicklung am Markt für Bestandsimmobilien funktionierte wieder gut.
Weitere Impulse
Alexander Bosak (ImmoScout/Exploreal) beleuchtete die Frage „Mieten oder Kaufen?“, während Philipp Schröfl von der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien die aktuellen Möglichkeiten bei der Immobilienfinanzierung erläuterte. Abschließend gab Matthias Reith, Immobilienexperte bei Raiffeisen Research, einen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung und analysierte die Herausforderungen auf dem österreichweiten Wohnimmobilienmarkt wie die Auswirkungen der gestiegenen Zinsen und Inflation.

Reges Interesse
„Wir freuen uns, dass der Raiffeisen ImmoDay auch heuer so viele Menschen angesprochen hat. Das große Besucherinteresse zeigt, dass sich die Menschen umfassend zum Thema Immobilien informieren wollen und den direkten Kontakt zu den Anbietern suchen. Auch die starke Resonanz auf unsere Fachvorträge unterstreicht, wie wichtig fundierte Informationen und der persönliche Austausch sind. Das bestärkt uns darin, das Informationsangebot beim Raiffeisen ImmoDay künftig weiter auszubauen. Mit der heuer erstmals stattfindenden Raiffeisen-Immo-Wiesn haben wir dem fachlichen Austausch zudem einen geselligen Rahmen gegeben, der sehr gut angenommen wurde“, betont Marion Weinberger-Fritz, Initiatorin des Raiffeisen ImmoDays.








