Energietalk: Wenn das Licht ausgeht

Beim Energietalk der RBR St. Pölten diskutierten Experten über Netzstabilität und neue Energie-Modelle.

Einen Einblick in die Funktionsweise des europäischen Stromnetzes gab HTL-Professor Daniel Asch-Goiser. Er zeigte, wie komplexe Wechselwirkungen im Netz regionale Ausfälle auslösen können. Am Beispiel des Umspannwerks Ernestinovo in Kroatien verdeutlichte er, wie schnell sich lokale Störungen auf große Teile Europas auswirken. Gleichzeitig betonte er die Stabilität des österreichischen Netzes und dass ein flächendeckender Blackout zwar unwahrscheinlich sei, aber nicht ausgeschlossen.

Im Anschluss stellte Alveri-CEO Esahn Zadmard Ansätze für leistbare und nachhaltige Mobilität vor. Das Unternehmen baut aktuell Ladeinfrastruktur in Österreich aus und präsentierte eine Kooperation mit der Raiffeisen-Energiegemeinschaft Impuls 2.0. Mitglieder sollen künftig um 5 Cent pro Kilowattstunde günstiger an den Alveri-Ladestationen laden können.

Christoph Mühlbachler von der RBR St. Pölten erörterte die Rolle von Energiegemeinschaften, die es ermöglichen, Strom lokal zu erzeugen und zu nutzen. Das senkt Kosten, stärkt die regionale Wertschöpfung und entlastet die Netze, so Mühlbachler. Die genossenschaftliche Organisation schaffe zudem die Grundlage für Investitionen in Photovoltaik, Speicher­lösungen und E-Mobilität.

Sebastian Leopold von Raiffeisen Energy Ventures verdeutlichte abschließend die strategische Bedeutung der dezentralen Erzeugung grüner Energie durch Energiegemeinschaften: Versorgungssicherheit, Preisstabilität und regionale Resilienz seien zentrale Zukunftsfragen.

AusgabeRZ16-2026

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