Viertelfestival: 25 Jahre Kultur vor der Haustür

Vom 6. Mai bis 19. Juli geht beim „Viertelfestival“ in Niederösterreich wieder der „Platzhirsch“ um. 2026 lautet das Motto „Was geht ab?“

Er ist ein gern gesehener Gast, der rote „Platzhirsch Kultur“, der als Sujet des niederösterreichischen Viertelfestivals jedes Jahr im Frühjahr seinen großen Auftritt feiert. Seit 25 Jahren bündelt das Festival das regionale Kunst- und Kulturgeschehen mit dem Ziel, es niederschwellig bis vor die Haustür zu bringen. Dabei steht jedes Jahr eines der vier Viertel Niederösterreichs im Fokus.

2026 heißt es Bühne frei für das Weinviertel. Mit insgesamt 180 Veranstaltungen aus 53 unterschiedlichen Projekten zeigt man sich auch heuer von Absdorf bis Wullersdorf von seiner kreativen Seite. Die Palette der Programmpunkte reicht von Musik über Film und Literatur bis hin zu Performances und Theaterveranstaltungen. Mit „Plötzlich:Mensch“ wartet man dieses Jahr zudem mit einer Zirkusperformance auf. 

Von der Kirche bis in die Weinberge 

Die aus einer Idee von Franz Knittelfelder von der Bildungsakademie Weinviertel hervorgegangene Produktion ist nach ihrer Premiere in der Korneuburger Pfarrkirche in den Kirchen von Laa, Großrußbach und Mistelbach zu erleben. Begleitet werden die Artistinnen im Kirchenraum von dem Theatermusiker Gilbert Handler. Gemeinsam mit dem Stiftsorganisten der Schottenkirche Manuel Fröschl schafft er den Sound zur Schöpfungsgeschichte des Menschen. Als Geschöpf Gottes erblickte dieser bekanntlich am sechsten Tag das Licht der Welt, während die Weinrebe bereits am Tag drei auf der Erde Wurzeln schlug. 

Wenig überraschend spielt der Rebensaft auch heuer eine wichtige Rolle. So heißt es unter anderem, gemeinsam mit dem Ensemble „SOIL“, zu einer musikalischen Wanderung in die Weinberge aufzubrechen. Begleitet werden die Musiker von Thomas Peham, der als Bodenexperte neue Perspektiven auf Themen wie Bodenbeschaffenheit, Landwirtschaft und Klimawandel liefert. Den Abschluss der „Klang:Wanderung“ bietet ein Konzert im Amphitheater des Weinguts Toifl.

Aufg’spielt wird

Traditionellerweise nimmt das Musikprogramm auch heuer wieder eine zentrale Stellung ein. So geben sich neben den „Female Voices“ im „Alten Schlachthof in Hollabrunn“, Technoklängen in der „Winery“ sowie einer Musikwanderung entlang der Thaya auch heimische Urgesteine wie „Attwenger“ oder das „Kollegium Kalksburg“ im Rahmen des „über die Grenze – pres hranice“-Festivals im Festival die Klinke in die Hand. 

Nicht zuletzt stehen heuer an die 100 Kinder beim Musiktheater „Kleine Schnecke – große Freundschaft“ auf der Bühne des Kirchenplatzes in Wolkersdorf. Das Stück basiert auf einer alten Fabel und handelt von Freundschaft und Zusammenhalt über allerlei Unterschiede hinweg. In die Welt der Sagen heißt es hingegen mit der Regisseurin und niederösterreichischen Puppenspiel-Visionärin Cordula Nossek bei der Theaterwanderung „Wassergeflüster“ einzutauchen, während der „literarische Grenadiermarsch“ in der mit 151 Jahren ältesten Stadtbücherei Niederösterreichs in Retz dem Publikum „Weinviertler DAC Schmäh“ einschenkt. 

Neue Perspektiven

Literarisches hat man heuer auch beim „Sturm & Stimme“-Poetry-Slam in der Kulturbühne dagik sowie bei der „Queeren Bibliothek auf Rädern“ zu bieten. Im Rahmen der „Fahrrad(litera)Tour werden die Autorin Lisa Bolyos und die Fotografin Carolina Frank mit einem Fahrradanhänger voller neuer Bücher Lesestoff aus dem LGBTQAI+-Segment in ausgewählte Gemeinden bringen und so dazu einladen, vermehrt queere Perspektiven kennenzulernen. Eine Erweiterung des Horizonts, die sich auch im Zuge der Tanzperformance „Nur mein Bruder“ einstellen sollte. Die von Ron und Sonja Marlis Pfennigbauer aus Musik, Bewegung und Gesprächen bestehende Aufführung beschäftigt sich mit Geschwister- und Familienbeziehungen zwischen Personen mit und ohne Behinderung. Das Stück wurde von Raiffeisen Korneuburg gefördert und erlebt am 20. Mai am Hauptplatz von Korneuburg seine Premiere. 

Und last but not least wird „Das Theater Westliches Weinviertel (TWW)“ zu seinem 40-jährigen Jubiläum Jura Soyfers Klassiker „Weltuntergang“ mit einem „Theaterradl“ in den öffentlichen Raum bringen, während junge Menschen im „Krone“-Kino in Mistelbach dazu eingeladen sind, ein speziell kuratiertes Filmprogramm – darunter die Premiere von Sonja Aufreiters im Rahmen des Festivals produzierten Kurzfilms „Kauf dir ein Eis“ – zu erleben.

AusgabeRZ19-2026

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