Die anhaltende Konjunkturschwäche hinterließ im vergangenen Jahr auch bei der TeamBank Spuren. Die gestiegenen Risiken im Konsumentenkreditgeschäft belasteten das Ergebnis des Finanzinstituts aus Nürnberg, einer Tochter der Frankfurter DZ Bank.
„Das wirtschaftliche Umfeld war 2025 herausfordernd“, sagte Christian Polenz, Vorstandschef der TeamBank, bei einer Veranstaltung für Raiffeisenbanken-Führungskräfte in Hof bei Salzburg. Im Vergleich zum Jahr 2024, in dem ein Gewinn von 23 Millionen Euro erwirtschaftet wurde, steht für das Finanzinstitut diesmal ein Vorsteuerverlust von 29 Mio. Euro zu Buche. Verantwortlich dafür seien die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das in der Folge eingetrübte Konsumklima gewesen. Die Auswirkungen auf das Geschäft mit unbesicherten Konsumkrediten waren spürbar: Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite wurde im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 233 Mio. Euro erhöht. Das Neugeschäft mit Konsumentenkrediten sank um 9,4 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro.
In Österreich arbeitet die TeamBank mit 59 Prozent der Raiffeisenbanken zusammen. Dort blieb das Neugeschäft mit 239 Mio. Euro nahezu stabil (Vorjahr: 241 Mio.). Polenz zeigte sich für das kommende Jahr zuversichtlich: „Wir haben die richtigen Weichen gestellt. 2026 wollen wir gemeinsam mit den Raiffeisenbanken mit neuer Marktbearbeitungslogik und neuen Kundenlösungen effizienter und effektiver zusammenarbeiten und damit höhere Profitabilität für unsere Partner schaffen.“ Mit verantwortungsvoller Kreditsteuerung und Investitionen in Zukunftstechnologien habe man die richtigen Antworten auf den Strukturwandel im Konsumentenkreditgeschäft und die nach wie vor herausfordernde Situation der Verbraucher. Die Kundenzufriedenheit habe dabei oberste Priorität.
Strukturwandel im Markt
Die veränderten Kundenbedürfnisse zeigen sich bereits spürbar im Markt. Früher war der Ablauf des Finanzierungsgeschäftes beim Kunden klar: kaputte Waschmaschine, Neukauf beim Händler des Vertrauens – und zuvor die Finanzierung über einen Ratenkredit bei der Bank. Für Polenz ist dieses System aber kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell mehr. „Der klassische Ratenkredit ist tot.“ Der Finanzierungsbedarf der Kunden bleibe bestehen, er werde nur zunehmend direkt am Ort des Konsums erfüllt. Der Kunde möchte seine Waschmaschine dort finanzieren, wo er sie einkauft. Mehr als die Hälfte des Kreditbedarfs bewegt sich heute schon unter der Grenze von 1.000 Euro, erläuterte Polenz die veränderten Kundenbedürfnisse.
Die TeamBank reagierte auf diesen strukturellen Wandel, die Kunden bekommen nun einen individuellen Kreditrahmen, der nach einer Bonitätsprüfung situativ ausgeschöpft werden kann. Aus dem klassischen, anlassbezogenen Kredit wurde der sogenannte finanzielle Spielraum. „Es ist eine Bonität gegenüber Dritten, die der Kunde jederzeit nutzen kann“, so Polenz.
Einmaliger Beratungsaufwand
In Österreich ist das neue System seit dem vergangenen Jahr verfügbar, 81 Prozent der Raiffeisen-Partnerbanken haben den finanziellen Spielraum in „Mein Elba“ eingebunden. „Der finanzielle Spielraum wird gut angenommen“, zog Polenz ein erstes Fazit. Das neue Produktangebot sorgt auch für Veränderungen in der Beratertätigkeit. „Die Kunden entscheiden, wann, wie und in welchem Umfang Liquidität abgerufen wird. Es gibt nur noch einen einmaligen Beratungsaufwand statt der anlassbezogenen Liquiditätsberatung“, so Polenz. Ratenplan- oder Adressänderungen sowie eine Wiederauflade-Funktion kann der Kunde per App selbst durchführen. Eine mögliche Weiterentwicklung für Österreich sei die Umsatzfinanzierung. In Deutschland können Kunden größere Einkäufe auch im Nachhinein in Raten begleichen. Das Geld wird dabei über das Online-Banking in einen Kredit umgewandelt.
Vertriebspotenziale ausschöpfen
Zudem möchte die TeamBank mit einer neuen Marktbearbeitungslogik Kunden noch effizienter ansprechen. Potenzial sei bei Privatkunden der Raiffeisen-Gruppe in jedem Fall vorhanden, betonte Polenz. „Wir haben 700.000 Kunden in Österreich, die zwar kreditaffin sind, aber noch keinen finanziellen Spielraum haben.“ Mit dem Vertriebspotenzial-Service (VPS) sollen die Partnerbanken Zielgruppen besser adressieren können. Aktuell haben 169 Banken – darunter zwei Raiffeisenbanken in Österreich – einen unterzeichneten VPS-Vertrag. Im Analysemodell werden Kunden zunächst nach einem Vorscoring eingestuft. 81 Prozent der Kunden mit Vorprüfungsempfehlung erhalten eine Zusage für einen Kredit – das sei 2,6-mal häufiger als der Durchschnitt. „Das Modell funktioniert“, betonte Polenz.









