Strabag Art Award 2026 vergeben

Der Hauptgewinn des 31. Strabag Art Awards ging heuer an eine vielversprechende österreichische Künstlerin.

Der Strabag Art Award ist einer der höchst dotierten privaten Kunstpreise in Österreich. Er wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, junge Talente aus den Bereichen Malerei und Zeichnung vor den Vorhang zu holen. 2026, wie auch die beiden Jahre davor, konnten Künstler aus Österreich, Deutschland und Slowenien ihre Arbeiten einreichen. Ein Zyklus, dem auch die Jury folgt und drei Jahre lang in derselben Konstellation bestehen bleibt.

Zum dritten Mal war heuer die Expertise von Anna-Catharina Gebbers (Kuratorin Hamburger Bahnhof, Berlin), Alenka Gregorič (Künstl. Direktorin Cukrarna, Ljubljana), Johan Holten (Direktor Arken Museum für zeitgenössische Kunst, Kopenhagen), Angela Stief (Direktorin Albertina modern, Wien) sowie Sebastian Haselsteiner (Leitung Strabag Art, Wien) gefragt. Bei der 31. Preisverleihung wurden fünf Künstler für ihre außergewöhnlichen Arbeiten ausgezeichnet, wobei alle Teilnahmeländer vertreten waren. Über den Hauptgewinn durfte sich die Österreicherin Paulina Emilia Aumayr freuen.

Traumartige Verzerrungen

738 Einreichungen für den Art Award wurden diesmal verzeichnet. „Aus diesem starken Feld wurden 50 Künstler eingeladen, ihre Werke im Original zu präsentieren“, beschrieb Stefan Kratochwill, Vorstandsvorsitzender der Strabag SE, den Ablauf. Die Jury trifft ihre Entscheidung direkt vor den originalen Kunstwerken. Besonders überzeugt hat 2026 Paulina Emilia Aumayr: „Ihre Bilder zeigen Körper, Tiere und Objekte in traumartigen, verzerrten Konstellationen. Das Vertraute wird bei ihr instabil, Intimität kann jederzeit in Aggression umschalten. Die reduzierte Farbpalette verstärkt die Atmosphäre ihrer Werke, die gleichzeitig nüchtern und emotional aufgeladen wirken“ – so die Worte von Sebastian Haselsteiner über die Gewinnerin.

„Meine Motive speisen sich aus banalen Szenen – Körper, Tiere, Objekte, die in einem intimen Umfeld verortet sind. Verzerrung und Überlagerung markieren einen Moment, in dem das Vertraute instabil wird: Intimität kippt in Gewalt, wobei beide Zustände gleichzeitig existieren. Mich interessiert weniger die Darstellung einzelner Situationen als die Systeme und Strukturen, die solche Zustände hervorbringen und stabilisieren“, sagt die Künstlerin über ihre Herangehensweise.

Der Hauptpreis ist mit 16.000 Euro dotiert, die vier Anerkennungspreise mit jeweils 8.000 Euro. Diese wurden an Daniel Hölzl (AT/DE) Tassilo Lantermann (DE), Tanya Pioniker (RU/DE) und Marko Šajn (SI) vergeben. Die Gruppenausstellung mit allen Kunstwerken ist noch bis 10. Juli in der Strabag Art Site in Wien zu sehen – beginnend mit September 2026 bespielen die fünf ausgezeichneten Künstler mit Einzelausstellungen die Räumlichkeiten, die an Wochentagen nach Voranmeldung besucht werden können. Auch öffentliche Führungstermine werden angeboten. 

Marko Šajn, Tanya Pioniker, Daniel Hölzl, Stefan Kratochwill, Sebastian Haselsteiner, Paulina Emilia Aumayr, Tassilo Lantermann
Marko Šajn, Tanya Pioniker, Daniel Hölzl, Stefan Kratochwill, Sebastian Haselsteiner, Paulina Emilia Aumayr, Tassilo Lantermann © Nicole Viktorik

„Iss dein Gemüse und male dein Bild“

2027 wird der nächste Dreijahreszyklus eröffnet. Dann sind die Länder Bulgarien, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien gemeinsam mit Österreich dazu eingeladen, in den Wettbewerb um den Art Award zu gehen. In der Periode danach, von 2030 bis 2032, werden es Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Kroatien sein. Allesamt Länder, in denen der Baukonzern seit vielen Jahren stark präsent ist.

„Der Strabag Art Award ist für uns Ausdruck unserer Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg auch kulturelle Verantwortung bedeutet“, sagt Kratochwill. Haselsteiner warf noch einen anderen Aspekt ein: nämlich den medizinischen. Denn wissenschaftliche Studien bringen Kunst und die Beschäftigung mit Kunst mit vielen positiven Effekten auf unsere Gesundheit in Verbindung. Das gilt es für die Menschen zu verinnerlichen, so Haselsteiner, damit es einmal heißt: „Iss dein Gemüse, schreibe deine Geschichte und male dein Bild.“ 

Der Head of Strabag Art arbeitet seit langem konsequent daran, Kunst für alle zugänglich zu machen. „Die Sichtbarkeit von Strabag Art ist deutlich gestiegen. Unsere beiden Projekte, mehr Kunst auf unsere Baustellen und in den öffentlichen Raum zu bringen – Strabag Street Art und Strabag Art Container – haben eine unglaubliche Dynamik entwickelt“, warf Sebastian Haselsteiner einen Blick auf das letzte Jahr. Auch was das neue Logo betrifft, gibt es Grund zur Freude: Dieses wurde vom Creative Club Austria in der Kategorie Logos mit einer Venus von Willendorf in Bronze ausgezeichnet. 

AusgabeRZ27-2026

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