Die Salzburger Kulturvereinigung gestaltet ihre Abonnement-Struktur um und konzentriert sich diesen Herbst auf zwei Konzerttage. Das neue Format „Konzert um 3“ – ein Nachmittagskonzert mit leicht gekürztem Programm ohne Pause – wird an sechs Freitagen die Abos „Musik der Meister“ (Donnerstag) und „Welt der Musik“ (Freitag) ergänzen. Benjamin Schmid, Künstlerischer Leiter der Kulturvereinigung, erklärt die Änderung von drei auf zwei Tage so: „Wir wollen neue Publikumsgruppen ansprechen und wir sind mit längeren Bauphasen im Festspielbezirk konfrontiert.“
„Die erste Saison war ein durchschlagender künstlerischer Erfolg“, freut sich Schmid, der sein Amt im August 2024 angetreten hat, über die positive Resonanz des Publikums. Eine steile Aufwärtskurve bei der Auslastung sowie viele ausverkaufte Abende und die umjubelten Jazzkonzerte sprechen für sich. „Wir sind zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt geworden. Die Herausforderung besteht in den folgenden Jahren darin, den Umbau des Festspielhauses mit unserem Publikum gut zu überstehen“, so Schmid.
In der Saison 2026/27 stehen 22 Orchesterkonzerte im Großen Festspielhaus und zahlreiche „Special Concerts“, wie etwa zwei Mal „Hollywood Classics“ mit dem RSO-Symphonieorchester Wien im Großen Festspielhaus, drei Jazz-Konzerte in der Szene Salzburg, die Matineen, die Silvester- und Neujahrskonzerte sowie die Orgel- und Kirchenkonzerte auf dem Programm. Dazu kommen vier Veranstaltungen der Reihe „Musik:conText“, bei der Katharina Stemberger, Michael Maertens, Rafael Fingerlos und Aglaia Szyszkowitz im Kontext zur Musik lesen werden.
Insgesamt 40 musikalische Veranstaltungen in sechs verschiedenen Spielstätten in der Salzburger Altstadt stehen zur Auswahl. Die Auswahl der Solisten reicht von Herbert Schuch (Klavier) und Veronika Eberle (Geige) über István Várdai (Violoncello) und Christian Ihle Hadland (Klavier) bis zu María Dueñas (Geige) oder Tine Thing Helseth (Trompete). Mit Beethovens Violinkonzert in D-Dur, „dem Violinkonzert aller Violinkonzerte“, wird Benjamin Schmid selbst als Geiger auftreten.
Beethoven und Trakl im Fokus
Ein Schwerpunkt wird ab dem Jahreswechsel Ludwig van Beethoven gewidmet, dessen Todestag sich 2027 zum 200. Mal jährt. „Wir werden bei den Neujahrskonzerten die Ersten sein, die ihn musikalisch würdigen“, sagt Schmid. Von Jänner bis einschließlich Mai wird in jedem Abokonzert ein gewichtiger Beethoven auf dem Programm stehen – und auch ein eigenes Beethoven-Abo wird angeboten.
Auch die Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte hat mit Thomas Assinger einen neuen Leiter bekommen. Er folgt Hans Weichselbaum nach, der diese seit ihrer Gründung 1973 mit viel Engagement geführt hat. Der Literaturwissenschafter und Kunstvermittler hat es sich zum Ziel gesetzt, die besondere Atmosphäre des Trakl-Geburtshauses zu bewahren und zugleich attraktive Angebote für den Museumsbesuch, die Forschung und die kulturinteressierte Öffentlichkeit in Salzburg zu schaffen: „Erste Vorhaben sind die Entwicklung von zeitgemäßen Literaturvermittlungsformaten für Jugendliche und Schulklassen.“ Außerdem die Aufbereitung der Sammlungen für kuratorische, wissenschaftliche und künstlerische Projekte sowie Veranstaltungen zu Trakls Werk. Diesen Herbst etwa startet die Reihe der Georg-Trakl-Übersetzungsgespräche, und auch die popkulturelle Rezeption Trakls wird ein Aspekt der zukünftigen Arbeit sein.
Lustig, aber niemals banal
Das Salzburger Straßentheater sagt in dieser Spielsaison „Nein zum Geld“. Von 9. Juli bis 2. August wird das Stück in der Stadt und im Land Salzburg 42-mal zu sehen sein. Es erzählt die Geschichte von Richard, der eine demonstrative Heldentat begehen will und nach einem Lottogewinn von 162 Millionen Euro „Nein zum Geld“ sagt. In gewohnt heiterer und musikalischer Weise inszeniert Georg Clementi die französische Gesellschaftskomödie von Flavia Coste. „Inklusiver kann Theater kaum sein“, erklärt Clementi, Künstlerischer Leiter des Salzburger Straßentheaters, das Prinzip des Formates, das auf Spendenbasis stattfindet und bei dem alle willkommen seien, von der Mutter mit Kinderwagen bis zum kettenrauchenden Hundebesitzer.
Das Straßentheater setze seit seiner Gründung vor über 50 Jahren auf künstlerische Qualität bei gleichzeitiger Niederschwelligkeit. „Zudem verspricht es bei all dieser Lässigkeit Jahr für Jahr beste Unterhaltung auf hohem intellektuellem Niveau, denn es kann sehr, sehr lustig sein, ist aber niemals banal“, sagt Clementi.








